Deutschlands Industrieverband wird 100 Jahre alt

Berlin, 12. April 2019 (ADN). Deutschlands gesamtdeutscher Industrieverband wird am Freitag 100 Jahre alt. Die am 12. April 1919 als Reichsverband der deutschen Industrie (RDI) gegründete Organisation vollzog die darauf folgende wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und der Bundesrepublik Deutschland in den jeweiligen politischen Farbenspielen gedämpft nach. Früh gehörte die nunmehr als Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) firmierende Vereinigung zu den aktiven Befürwortern einer wirtschaftlichen und politischen Vereinigung Europas. Dass der jetzige BDI-Präsident Dieter Kempf zuvor langjähriger Chef eines genossenschaftlich organisierten Unternehmens gewesen ist, deutet vielsagend auf das große Gewicht mittlerer und kleiner Firmen in diesem Netzwerk hin. ++ (wi/mgn/12.04.19 – 100)

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Bürgermodell aus Belgien stiftet zum Aufbau von Energie-Demokratie an

Berlin, 14. Februar 2017 (ADN). „Wir wollen eine Energie-Demokratie aufbauen“. Das erklärte der Präsident des Verbandes der Europäischen Energiegenossenschaften (REScoop), Dirk Vansintjan, am Dienstag in Berlin. Nach den Worten des Belgiers gibt es inzwischen 3.000 Energiegemeinschaften in Europa. Allein seine Föderation repräsentiere davon 1.250 Gemeinschaften in zwölf europäischen Staaten. Darin seien 650.000 Bürger aktiv. So würden zudem 1.100 Arbeitsplätze gesichert, Gesamtinvestitionen im Umfang von zwei Millirden Euro reaklisiert und ein Gigawatt Energie produziert. Das Konzept bestehe darin, das die Mitglieder als Bürger die Elektrizität selbst herstellen, die sie auch serlbst verbraquchen. Ein solches Konzept entzieht den großen Energieunternehmen und Konzernen die Möglichkeit, den kleinen Konsumenten unangemessene Energiepreise zu diktieren und aufzuzwingen.

Vansintjan bedauerte, dass es solche Bündnisse in Osteuropa noch gar nicht gibt. Seine Organisation bemühe sich darum, diesen Zustand zu ändern und auch Bewohner aus den Mittel- und osteuropäischen Ländern mit diesem wirtschaftsdemokratischen Energiemodell vertraut zu machen. ++ (en/mgn/14.02.17 – 043)

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Falsche Theorien verhindern echte wirtschaftliche Entwicklung – Rückkehr zu kleinen Genossenschaftsbanken

Zürich, 26. August 2016 (ADN). Die gesamte Theorie der freien Märkte, der Wirkung von Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung bricht in sich zusammen, wenn sich zeigt, dass die zugrundegelegten Axiome und Bedingungen mit der Lebensrealität des Menschen und der Wirtschaft nicht vereinbar sind. Das stellt Prof. Richard A. Werner von der Universität Southampton (Großbritannien) in der jüngsten Ausgabe der Schweizer Wochen-Zeitung „Zeit-Fragen“ fest. Das werde letztlich auch durch einen Blick in die Geschichte dokumentiert. Eine volkswirtschaftlich orientierte Geld- und Wirtschaftspolitik, die sich primär an der Entwicklung vor Ort ausrichtet und deren Schutz verpflichtet ist, sei erforderlich. Um das Problem generell zu lösen verlangte Werner die Rückkehr zu alten Konzepten. „Die neue Idee ist, zurückzukehren zu den Ursprüngen der genossenschaftlichen Banken, als diese vor 150 Jahren überall gegründet wurden“, so der renommierte Finanzexperte. Er verwies auf das Beispiel USA, wo die Kleinbanken ihre eigene Aufsicht haben mit viel leichteren Auflagen als die Großbanken. „Die EU und die EZB haben sich bisher geweigert, wahrscheinlich auf Anordnung der USA, derartige Gleichbehandlung der Kleinbanken in Europa mit den Kleinbanken in den USA zuzulassen“, kritisiert Werner. In Deutschland würden die kleinen Banken regelrecht kaputtgemacht. Selbst kleinste Banken mit nur zehn Angestellten müssten so detailliert berichten wie die Deutsche Bank, die dafür allein 1.000 Fachleute anstellt. ++ (fi/mgn/26.08.16 – 231)

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Österreichs erste Ethik-Bank im Gründungsendspurt

Innsbruck/Wörgl, 4. Juli 2016 (ADN). Österreichs erste Ethik-Bank hat zu Beginn dieser Woche in Innsbruck ein Informationsbüro eröffnet und geht damit in die Endrunde ihrer Gründung. Mit der Geschäftseröffnung der ursprünglich als „Demokratische Bank“ ins Leben gerufenen Institution ist nach den Worten der Koordinatorin der Regionalgruppe Tirol, Veronika Fallbesoner, Anfang 2017 zu rechnen. Dann werde die eingezahlte Mindest-Eigenkapitalsumme von sechs Millionen Euro erreicht sein. Bis zu Beginn dieses Jahres waren zwei Millionen Euro eingesammelt worden.

Wie das Unterguggenberger-Institut Wörgl mitteilt, beträgt die Mindesteinlage an der als Genossenschaft organisierten Bank 200 Euro und der Maximal-Geschäftsanteil 100.000 Euro. Dennoch haben die Einzahler jeweils nur eine Stimme in der Mitgliederversammlung. Neben Österreichern sind auch Deutsche und Schweizer eingeladen, sich an der ersten östrreichischen Ethik-Bank unter dem gegenwärtigen Namen „Bank für Gemeinwohl“ zu beteiligen.

Auslöser zu der Bankgründungs-Inititiative war die Finanzkrise im Jahr 2008. Zur Kick-Off-Veranstaltung 2010 in Wien waren bereits 110 Interessenten erschienen. Gegenwärtig gibt es in Europa knapp 20 Ethik-Banken, drei davon in Deutschland. Dabei handelt es sich um die GLS Bank Bochum, die Umweltbank Nürnberg und die Ethikbank Eisenberg. ++ (fi/mgn/04.07.16 – 179)

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Kumpanei zwischen Medien und Politik – Journalisten können Polizei nicht von Staatsanwaltschaft unterscheiden

Leipzig, 12. April 2016 (ADN). Es gibt teilweise ein Kartell zwischen Medien und Politik. Diese Kumpanei wird sogar eingestanden. Das sagte der Leiter des Korrespondentenbüros der Wochenzeitung „Die Zeit“ in Dresden, Stefan Schirmer, am Dienstagabend in Leipzig bei einer Podiumsdiskussion zur Zukunft des Enthüllungsjournalismus. Es müsse mehr kritische Medienmagazine geben wie das vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) produzierte Format ZAPP. Zur versteckten und kaum übersehbaren Abhängigkeit des Journalismus von wirtschaftlichen Interessen verwies Schirmer auf ein aktuelles Beispiel. So richte der deutsche Pharmakonzern Bayer an der Universität Köln eine Stiftungsprofessur für investigativen Journalismus ein. Ähnliches vollziehe sich auch im Ausland. In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) zeige sich das bereits erreichte Ausmaß. Dort habe das Mäzenatentum für mediale Projekte inzwischen eine Unterstützungssumme von einer Milliarde US-Dollar erreicht. Das solche Assoziationen auch in Deutschland entstehen, bemerkte Prof. Volker Lilienthal vom Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft  der Universität Hamburg. Einem internen Aufruf zur Unterstützung des kritischen Journalismus an Stiftungen, von denen es in Deutschland rund 1.000 gibt, seien bislang tatsächlich nur acht gefolgt. Nach seiner Meinung können Stiftungen ohnehin nicht die Finanzprobleme in diesem Bereich lösen. Das gute alte „Abo“ sei wohl hilfreicher. Ob Genossenschaften in Betracht kommen und zweckmäßig sind, bezweifelt Lilienthal. Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), Prof. Frank Überall, verwies auf den Auto- und Reisejournalismus, der fast durchgängig von ökonomischen Interessen geprägt ist. Dort handelt es sich einmal mehr um Fernsteuerung, sondern um direkte Einflussnahme von Seiten der betreffenden kommerziellen Branchen.

Einvernehmen fand die Feststellung, dass der investigative Journalismus auserlesenes und hochqualifiziertes Personal benötigt. Es wachse nicht auf den Bäumen und seine Ausbildung brauche Zeit. Darin bestehe ein Hauptmangel. Der Tatbestand, dass viele junge Journalisten nicht einmal die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft kennen, belege schlaglichtartig bestehende substanzielle Mangelerscheinungen im Medienbereich. ++ (me/mgn/12.04.16 – 103)

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