Alter Restitutionsstreit Tschechien-Liechtenstein neu entflammt

Vaduz/Prag, 30. Juli 2017 (ADN). Zwischen der Tschechischen Republik und dem Fürstentum Liechtenstein ist ein alter Restitutionsstreit neu entfacht worden. Auslöser war der Bürgermeister des tschechischen Dorfes Tehovec. Er hatte im Januar 2007 beim Oberhaupt der Liechtensteiner Fürstenfamilie nachgefragt, ob auf einem Grundstück des Ortes – ein 600 Hektar großes Waldstück – ein Brunnen für eine Wasserleitung gebohrt werden darf. Das erlaubte das Fürstenhaus. In der Folgezeit stellte sich zur allgemeinen Überraschung heraus, dass in den Grundbüchern von mehr als 100 Liegenschaften südöstlich von Prag noch immer die längst verstorbenen Angehörigen des Liechtensteiner Fürsten eingetragen sind. Wie in der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) vom Wochenende weiter berichtet wird, ist jedoch der Besitz des Adelsgeschlechts nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet worden. Offensichtlich wurden in der Vergangenheit gravierende formaljuristische Fehler begangen. Das hat nun dazu geführt, dass der Fall seit Mitte dieses Monats beim tschechischen Verfassungsgerichtshof in Brno liegt und einer generellen Lösung zuzuführen ist.

Die SZ schreibt dazu weiter: „Dabei duellieren sich die reichsten Monarchen Europas und die Tschechische Republik. Vordergründig geht es um besagte 600 Hektar Wald. Doch wie durch ein Brennglas bündeln sich in diesem Fall historische, völkerrechtliche, diplomatische und wirtschaftliche Konflikte. Es geht um Recht und Unrecht, um riesigen Besitz, Entschädigungsfragen und die für die Prager Regierung heikle Frage, ob ein folgenreicher Präzedenzfall geschaffen wird“. Bis zu ihrer Enteignung gehörten dem Geschlecht der Liechtensteiner unermessliche Ländereien im heutigen Tschechien. Dazu zählen Schlösser, Fabriken, Ländereien und andere Besitztümer. ++ (re/mgn/30.07.17 – 212)

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Zahl der Staaten der Welt könnte rasch um 50 wachsen

Rio de Janeiro, 6. August 2016 (ADN). Das farbige Feld der einmarschierenden Sportler aus 207 Nationen am Sonnabend bei Eröffnung der Sommerolympiade in Rio de Janeiro könnte binnen kurzem um rund 50 Staaten wachsen. Es gibt nämlich inzwischen rund 50 Staaten auf der Welt, die sich als solche betrachten und um ihre offizielle völkerrechtliche Enerkennung kämpfen. Ein sehr prominentes europäisches Beispiel, das derzeit in der Sommerflaute die Nachrichtenspalten als originelles Unikum füllt, ist das Fürstentum Seborga. Es kann auf eine rund tausenjährige Vergangenheit seiner Souveränität als Fürstentum zurückblicken, dies auch überzeugend beweisen und verfügt über die erforderlichen Insignien. Sogar das notwendige Staatspersonal ist inzwischen für das vier Quadratkilometer große unabhängige Teritorium zwischen Nizza (Frankreich) und Ventimiglia (Italien) rekrutiert worden. Fürst Marcello I. führt derzeit das Zepter in dem 1993 proklamierten Fürstentum mit etwa 2.000 Bürgern. 27 ausländische Vertreter repräsentieren inzwischen den Zwergstaat, der von Italien ignoriert und von der UNO bisher nicht aufgenommen worden ist. Seborga wurde im Jahr 954 erstmals urkundlich erwähnt, im Jahr 1079 als Fürstentum. Es ist also wesentlich älter als der Nationalstaat Italien, dem es nicht gelingt die Existenz von Seborga juristisch zu widerlegen. Im Gegenteil: Der Kleinststaat kann umfassend seine Unabhängigkeit dokumentieren – u.a. durch die Vertragswerke des Wiener Kongresses 1815. Zu keinem Zeitpunkt war Seborga Teil eines anderen Staatsgebildes.Im Dezember 2011 hat Fürst Marcello I. beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Feststellungsklage auf Rechtmäßigkeit des Fürstentums eingereicht. Sie wurde angenommen. Eine Verhandlung gab es bisher noch nicht. ++ (in/mgn/06.08.16 – 211)

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Neuigkeiten aus Troja – Flotte eines Bündnisses namens „Luwier“ ging in Ägäis unter

Zürich, 13. Mai 2016 (ADN). Der Schweizer Geophysiker Eberhard Zangger wartet mit neuen Grundthesen über die Existenz des sagenumwobenen Troja auf. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Freitag berichtet, wirft der Außenseiter mit seinem neuen Blick auf die ägäische Bronzezeit der Forschung noch einmal den Fehdehandschuh hin. Er hoffe dabei auf eine neue Generation von Wissenschaftlern, die ohne Vorurteile ans Werk geht. Der Troja-Forschung würde es gut anstehen, die Scheuklappen abzulegen. Schließlich sei der bisher wichtigste Impuls nicht von einem Archäologen, sondern von dem Kaufmann Heinrich Schliemann aus Mecklenburg gekommen. 

Im Zentrum der neuen Sichtweise Zanggers steht eine mehr oder minder kompakte Volksgruppe, die er Luwier nennt und sich aus einem sprachlich und kulturell heterogenen Völkergemisch im Westen von Kleinasien zusammensetzte. Das Gebiet sei überzogen gewesen von Fürstensitzen und Kleinstaaten, die weder der mykenischen Zivilisation noch der hethischen Kultur zugeordnet werdden können. Über dreihundert solcher Siedlungsplätze seien bekannt, manche sogar mit Namen. Als Bündnis hätten sie Anfang des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts eine Flotte aufgebaut, sich von der türkischen Südküste her gegen die mächtigen Herren im Osten erhoben und seien um 1180 v. Chr. vor Troja von mykenischen Fürsten vernichtend geschlagen worden. Es habe ein Kampf um Troja stattgefunden. Es sei unwahscheinlich, dass Troja durch eine Naturkatastrophe zerstört worden ist. Nach heutigem Verständnis habes es einen Weltkrieg gegeben. Als große Player hätten sich die Hethiter in der heutigen Osttürkei sowie die mykenischen, minoischen und kykladischen Fürstentümer gegenüber gestanden. Zwischen diesen Machtblöcken habe Troja gelegen, das zwar um einiges größer gewesen sein soll, als man heute annimmt. Auf seine frühere wagehalsige Gleichsetzung Trojas mit Atlantis verzichtet Zangger nun. ++ (ar/mgn/13.05.16 – 127)

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