Jagdschloss Hummelshain von eigentumsrechtlichen Geheimnissen umwabert

Kahla, 27. Februar 2016 (ADN). Eigentumsrechtliche Geheimnisse umwabern das Jagdschloss Hummelshain bei Kahla. Nicht erst seit gestern, sondern seit Jahrzehnten behindern diese juristischen Rätsel die dringend notwendige bauliche Instandsetzung und Erhaltung des allgemein als letzter fürstlicher Schlossbau auf deutschem Boden geltenden Palais. Am Freitag erläuterte der Vorstand des Fördervereins bei einem Pressegespräch vor Ort eindringlich die Problemlage zu dem von 1880 bis 1885 unter Herzog Ernst I. von Sachsen Altenburg errichteten Prachtbaus. Dabei wurde der derzeit als Eigentümer Fungierende – selbst anwesend – wie ein rohes Ei behandelt, obwohl gerade seine Person, seine Firma und seine juristische Position als äußerst fragwürdig zu bewerten sind. An den mysteriösen Besitzverhältnissen scheiterte bislang eine umfassende Sanierung des eindrucksvollen Gebäudes. Der 1998 gegründete Förderverein Schloss Hummelshain, der sich äußerst emsig um das weitere Schicksal des Kulturdenkmals kümmert, will das in den Historismus einzuordnende Schlossensemble vor dem Verfall und dem Vergessen bewahren. Vorsitzender Rainer Hohberg kritisierte die zögerliche Haltung der Verantwortlichen. Auf Vereinsinitiative wurde ein erstes Baugutachten zum Zustand des auch „Thüringens Neuschwanstein“ genannten Bauwerks in die Wege geleitet und nun präsentiert. 

Die verwirrenden Eigentumsrechte fanden nur am Rande Erwähnung. Eine deutliche Sprache sprechen jedoch die zur Verfügung gestellten Unterlagen. Aus einer sehr akribisch erarbeiteten Dokumentation geht hervor, dass „das Schloss bis heute tatsächlich nicht vollständig bezahlt ist.“ Rund 300.000 Euro seien bis heute noch offen. „Des Weiteren wurden skandalöse Vorgänge aus dem Jahr 2008 aufgedeckt – ein echter Immobilienkrimi.“ Dabei spielt die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen eine besonders nebulöse Rolle. ++ (ku/mgn/27.02.16 – 058)

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