Passiv-Boykott der Mineralölwirtschaft gegenüber Elektromobilität

Weimar/Bochum, 10. Februar 2017 (ADN). In Deutschland tätige Mineralölfirmen machen deutlich, dass sie die Bemühungen um mehr Elektromobilität boykottieren werden. Den passiven Widerstand des Unternehmens Aral umschreibt dessen Europa-Chef Wolfgang Langhoff in einem Interview mit der „Thüringischen Landeszeitung“ (TLZ) am Freitag mit folgenden Sätzen: „Wir sehen derzeit kein wirtschaftliches Konzept, das für uns trägt. Von den 45 Millionen Kraftfahrzeugen in Deutschland sind 36.000 reine Elektroautos, knapp 200.000 haben einen Hybridantrieb. Das ist noch extrem wenig. Hinzu kommt: Strom ist nicht unser Geschäft. Und Tankstellen haben meist wenig Platz zum Aufladen.“  

Mit 2.500 Stützpunkten ist Aral die größte Tankstellenkette in Deutschland und damit Marktführer. Der Marktanteil beträgt nach Angaben von Langhoff 22 Prozent. Es gebe noch Luft nach oben. ++ (el/mgn/10.02.17 – 039)

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China präsentiert radikales E-Mobilitätsprogramm – Schreckensnachricht für deutsche Autofirmen

Düsseldorf, 4. Oktober 2016 (ADN). „China schafft Fakten in Sachen Elektromobilität, und zwar radikal“. Das schreibt das „Handelsblatt“ am Dienstag auf der Titelseite und erläutert diese Feststellung in einem inhaltsschweren zweiseitigen Beitrag. Pekings Industrieminister habe einen Plan vorgelegt, der die führenden Autobauer der Volksrepublik zwingt, mehr Elektroautos und Hybridmodelle zu verkaufen. Im Jahr 2018 sollen batteriebetriebene Fahrzeuge mindestens acht Prozent des Absatzes der großen Produzenten ausmachen. Das Programm sieht desweiteren vor, dass im Jahr 2020 mindestens 70 Prozent aller in China verkauften E-Autos von chinesischen Marken stammen sollen.

Der anspruchsvolle Plan verkörpert für die konservative, immer noch auf Verbrennungsmotore setzende deutsche Automobilindustrie geradezu eine Schreckensnachricht. Sie befürchtet, laut „Handelsblatt“, vom chinesischen und weltgrößten Markt verdrängt zu werden. In einem an den deutschen Botschafter in Peking gerichteten Schreiben sei hohe Besorgnis geäußert worden. Dieser wiederum habe beim Industrieminister Chinas Miao Wei um Klärung gebeten. Eine Antwort stehe jedoch noch aus. Ähnliche Vorstöße von Seiten der EU sind der Tageszeitung zufolge bislang gescheitert.

Dazu schreibt die in Düsseldorf herausgegebene Zeitung: „Eine Delegation aus Brüssel versuchte in Peking, Klarheit zu bekommen. Denn schon jetzt sei es so, dass europäische Unternehmen mit Produktion in China sowie Gemeinschaftsfirmen mit chinesischen Partnern von lukrativen Kaufprämien und in einigen Städten von Erleichterungen etwa bei der Vergabe von Nummernschildern ausgeschlossen blieben. Doch die EU-Beamten mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. In den Gesprächen bei chinesischen Ministerien wollte sich niemand festlegen, wie der Fahrplan genau zu verstehen sei, hieß es aus diplomatischen Kreisen.“  ++ (ve/mgn/04.10.16 – 270)

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Elektromobilität a la Tesla – Post übernimmt Zepter in Deutschland

München/Los Angeles, 2. April 2016 (ADN). „Tesla hat den Markt erschüttert, keine Frage, und 115.000 Bestellungen innerhalb von 24 Stunden sind schon eine Hausnummer“. Das schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) in ihrer Wochenendausgabe und stellt beispielsweise das automobile Vorzeigeunternehmen Bayrische Motorenwerke (BMW) im Vergleich mit der US-amerikanischen Firma Tesla bloß. Es geht um Elektromobilität und Deutschland hat sich auf diesem Sektor nach besten Kräften blamiert. Nur 12.363 solcher Elektroautos sind bislang erst zugelassen und das Ziel – eine Million E-Autos bis 2020 – ist in weite Ferne gerückt.

An Stelle der viel gerühmten deutschen Automobilindustrie, die sich selbst ins Abseits manövriert, übernimmt in Deutschland die Post das elektromobile Zepter. Noch in diesem Jahr beginnt die Deutsche Post mit der Eigenproduktion des elektrisch betriebenen „Streetscooters“ und will bis Jahresende 2.000 Stück herstellen. In die Entwicklung des speziell auf ihre Bedürfnisse eingestellten Fahrzeugs, die in der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen begonnen hat, waren auch die Brief- und Paketzusteller eingebunden. Insgesamt sollen 30.000 Fahrzeuge der Post-Flotte ausgetauscht und damit ein weithend vollständige Elektrifizierung aller Service-Transportê vollzogen werden. ++ (au/mgn/02.04.16 – 093)

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Deutschlands Elektromobilität steht Kopf: 2,7 Millionen E-Fahrräder und 25.000 Elektroautos

Dessau, 11. Dezember 2015 (ADN). „Seit mehr als acht Jahren verzeichnet das E-Fahrrad einen stetigen Zuwachs“. Diese bemerkenswerte Feststellung ist in der Ausgabe 2015 der gerade vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichten Broschüre „Umwelt, Haushalte und Konsum – Daten zur Umwelt“ getroffen worden. Mehr als jedes zehnte verkaufte Fahrrad 2014 sei eines mit Elektromotor. Mittlerweile gebe es in Deutschlands Haushalten 2,7 Millionen Fahrräder mit Elektroantrieb. Gegenwärtig existierten am Markt 1.500 Elektro-Rad-Modelle bzw. -Typen, die von mehr als 70 Herstellerbetrieben produziert werden.  Die Publikation macht auf die rasante Entwicklung der Verkaufszahlen aufmerksam. Wurden im Jahr 2007 etwa 70.000 elektrisch betriebene Fahrräder abgesetzt, war es im Jahr 2011 mit 310.000 Stück mehr als das Vierfache.  Im Jahr 2014 verzeichnete die Verkaufsstatistik mit 480.000 verkauften E-Velos einen erneuten Rekord.

Dagegen befindet sich die Elektromobilität im Automobilbereich in einem tiefen Jammertal – und das trotz politischer Unterstützungsparolen, großen Subventionskaskaden und einem im Jahr 2011 mit viel Getöse präsentierten „Regierungsprogramms Elektroautomobilität“. Am Ende des Textes heißt es: „Vor 125 Jahren wurde das Automobil in Deutschland erfunden .“ Nun solle das Regierungsprogramm dem Auto ganz nach vorn helfen. Ziel ist, dass bis zum Jahr 2020 rund eine Million Elektro-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sind. Für Ende 2014 wurden etwa 100.000 verkaufte Elektroautos prognostiziert. Tatsächlich war es jedoch nur ein Viertel – also rund 25.000 Elektroautomobile. ++ (el/mgn/11.12.15 336)

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