Lizenzentzug von bislang 66 russischen Banken – DAX-Unternehmen sollen Deutsche Bank retten

Moskau/Frankfurt am Main, 8. Oktober 2016 (ADN). Während in der westlichen Finanzwelt erneut Banken nach dem staatlichen Rettungsseil rufen, müssen instabile Finanzinstitute im Osten – speziell in Russland – ihre Lizenz abgeben und sich externer Kontrollen unterziehen. Wie der jüngste wöchentlich erscheinende „Ostwirtschaftsreport“ berichtet, hat die russische Zentralbank Bank Rossii kürzlich drei weiteren Kreditinstituten die Geschäftstätigkeit auf diese Weise gestutzt. Dazu zählt die Moskauer Rosinterbank, die mit einer Bilanzsumme von umgerechnet 1,38 Milliarden Euro zu den 70 größten russischen Geschäftsbanken gehört. Die Lizenzentzüge werden u. a. mit Verstößen gegen Auflagen der Zentralbank, hochriskanten Finanzengeschäften und einer unzureichenden Eigenkapitalausstattung begründet. Die Agentur für Einlagensicherung ASV garantiert in Höhe von jeweils 1,4 Millionen Rubel pro Kunde.

Russlands Zentralbank hatte im vergangenen Jahr mehr als 90 russischen Kreditinstitute die Lizenz entzogen. Im laufenden Jahr wurden bislang 66 Geschäftsbanken der Weiterbetrieb untersagt. Angesichts der im Westen meist mit Staatsgeldern aus dem geschäftlichen Schlamassel gezogenen Finanzinstitute, testen nun erstmals eine alternative Rettungsvariante. Nach aktuellen Informationen des „Handelsblattes“ von diesem Wochenende soll der wankenden Deutschen Bank nun eine Gruppe von DAX-Wirtschaftsunternehmen unter die Arme greifen. ++ (fi/mgn/08.10.16 – 274)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Werbeanzeigen

„Meininger“ zu Grabe getragen – Tod einer legendären Hypothekenbank

Meiningen/Frankfurt am Main, 18. Mai 2016 (ADN). Die „Meininger“ war jahrzehntelang der Inbegriff einer klassischen Hypothekenbank in der Finanzwelt. Zu Pfingsten wurde sie in aller Stille zu Grabe getragen und fuhr zum Fest der geistigen Erleuchtung gen Himmel. Nicht aus der kleinen südthüringischen Stadt Meiningen, in der ihr sagenhafter Aufstieg mit der Gründung am 13. Dezember 1862 als erste deutsche Hypothekenbank begann. Auch nicht in einer ihrer Zwischenstationen – Weimar, Bremen oder Hamburg – sondern in Frankfurt am Main. Unter dem Namen Eurohyp fristete sie seit 2005 ein Dasein auf der Pflegestation unter dem Dach der Commerzbank. Es war ein Tod auf Raten, schreibt am Mittwoch das „Handelsblatt“, das der fast 154 Jahre alten Bankdame im Mittelteil einen kleinen Beitrag widmet. Nur wenige andere Blätter verbreiten die Nachricht nur noch als Randnotiz.

Die Deutsche Hypothekenbank Meiningen hatte mit einer Lizenz des kunstbeflissenen Theaterherzogs von Sachsen-Meiningen, der auf dem Kultursektor seinen „Meiningern“ unauslöschlichen Ruhm auf Europas Theaterbühnen verschaffte, das Hypothekengeschäft auf den deutschen Territorien in Betrieb gesetzt und ihm zu ungeahnten Höhenflügen verholfen. Die Bank expandierte vor allem in der Agrarwirtschaft und in ländlichen Regionen – in den Anfangsjahren geradezu explosionsartig, aber dennoch stabil, seriös und akzeptiert. Preußen, Ungarn, Bayern, Baden und Lothringen gehörten zu den Schwerpunkten der „Meininger“ Banktätigkeit. Bekannte Finanzexperten wie Friedrich Eduard Oberländer, Rudoph Sulzbach und Ludwig Kirchner waren ihre personellen Aushängeschilder. Nun gehen die letzten beiden Vorstände Sascha Klaus und Dirk Wilhelm Schuh geradezu geräuschlos. Von einst 2.000 Mitarbeitern wickeln 100 übrig gebliebene im Auftrag der Commerzbank Restkredite von Gewerbeimmobilien ab. Nach zahlreichen vorausgegangenen Fusionen mit anderen Hypothekenbanken bildete sich 2002 die Eurohyp aus den Hypothekar-Sparten der Deutschen Bank, der Dresdner Bank und der Commerzbank. Letztlich kam die Commerzbank ins Schlingern, wurde vom Staat gerettet und musste für die Staatshilfe der EU-Kommission versprechen, die Eurohyp zu verkaufen. Als dies nicht gelang, einigten sich Brüssel und Frankfurt am Main auf die Abwickung des Instituts. Seit 2012 firmierte sie als Hypothekenbank Frankfurt. Diesen Namen trägt der Grabstein. Der Nachlass von 100.000 Verträgen zur Immobilienfinanzierung geht in die Bücher der Commerzbank über. Der Umzug dorthin trägt die Projektnamen „Fuchstanz“ und „Crest“. ++ (fi/mgn/18.05.16 – 132)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46