Verweigerte Antworten zum UN-Migrationspakt

Berlin, 12. November 2018 (ADN). Der UN-Migrationspakt beweist erneut, mit welchen arglistigen Methoden Bürger und demokratische Insitutionen von den Mächtigen hinters Licht geführt werden. Die Zeitung „Der Tagesspiegel“ beschreibt es am Montag anhand seiner jüngsten Kommunikation mit den Regierungsstellen. Es sei darauf zu schließen, dass  die Bundesregierung die von ihr eingegangenen Kompromisse beim umstrittenen UN-Migrationspakt nicht offenlegen. Auch zu ihren ursprünglichen Verhandlungspositionen habe sie Auskünfte verweigert. Das Auswärtige Amt habe zum Zustandekommen der im finalen Entwurf  des Abkommens enthaltenen Aussagen lediglich mitgeteilt: „Zahlreiche Elemente, die im deutschen Interesse sind, konnten dabei umgesetzt werden, dafür gab es an anderer Stelle Zugeständnisse.“ Um welche Elemente und um welche Zugeständnisse es sich konkret handelt, soll jedoch nicht öffentlich werden. Nähere Informationen dazu gegenüber Medienvertretern gebe es ausschließlich vertraulich und nur „im Hintergrund“. Gründe seien nicht genannt worden. 

Aufgrund dessen sieht sich „Der Tagesspiegel“ zu einer öffenentlichen Berichterstattung außerstande und macht darauf aufmerksam, dass das Außenministerium bei Antworten auf Presse-Anfragen regelmäßig auf diese Praxis verweist. Die Anfrage der Zeitung  hat sich auf eine Formulierung in der abschließenden Textfassung bezogen, in der es heißt: „Migration war schon immer Teil der Menschheitsgeschichte, und wir erkennen an, dass sie in unserer globalisierten Welt eine Quelle des Wohlstands, der Innovation und der nachhaltigen Entwicklung darstellt.“ In der Ursprungsfassung war das in abgeschwächter Form abgefasst worden, indem nur der Konjunktiv – „darstellen kann“ – verwendet wurde. Der „Global Compact for Migration“ soll bei einer Konferenz am 10. und 11. Dezember in Marokko offiziell angenommen werden. Kritiker warnen davor, dass damit ein „Menschenrecht auf Migration“ festgeschrieben wird.   ++ (mi/mgn/12.11.18 – 296)

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Medien sollen informieren, nicht erziehen

Leipzig, 29. Oktober 2018 (ADN). „Wir sollten tun, wofür wir Journalisten geworden sind – nämlich kritisch zu berichten über  alles und über jeden.“ Diesen Grundsatz artikuliuierte der Kolumnist des Magazins „Stern“ und langjähriges Mitglied dessen Chefredaktion, Hans-Ulrich Jörges, am Montagabend in Leipzig beim 15. Mitteldeutschen MedienDialog. Dass es sich in mehrfacher Hinsicht lohnt, auch gegen die in der Presselandschaft vorherrschende Meinung anzuschreiben, zeige das Beispiel der „New York Times“. Sie sei geradezu ein Feindblatt von Donals Trump geworden und dennoch gehe es ihr wirtschaftlich prächtig. Allein im vergangenen Quartal dieses Jahres habe das Blatt 109.000 neue Digital-Online-Abbonements hinzugewonnen. Ähnliche Erfolge gebe es für die Printversion. Insofern sei es unverständlich, dass in Deutschland die gedruckten Medien seit Jahren an schwindenden Auflagen kranken und dahindümpeln. Nach Ansicht von Jörges ist der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ein halber Trump. Er sei mit dem USA-Botschafter in Deutschland befreundet und sei – ungewöhnlicherweise – in Washington im Weißen Haus empfangen worden.

Dagegen wandte Christoph von Marschall, USA-Kenner und Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion der Zeitung „Der Tagesspiegel“, ein, dass die „New York Times“ nur für einen Teil der Gesellschaft schreibe und sogar zu deren Spaltung beitrage. „Wenn eine Seite anfängt zu lügen, dann klingt die andere Seite auch wie eine Lüge“, meint er. Es müsse Journalisten bewusst sein, dass ihre Aufgabe im Informieren bestehe, nicht im Erziehen von Menschen. Insofern sei der mediale Konsens in Deutschland fatal, der vorgibt, wie Donald Trump gesehen werden müsse. Polen und Franzosen beispielsweise hätten diesbezüglich eine ganz andere Grundeinstellung. Die aktuelle, in Deutschland mit viel Aufatmen verbundene Ankündigung von Angela Merkel, demnächst schrittweise ihre Ämter aufzugeben, sei für das Ausland eine schlechte Nachricht. Sie habe nämlich für andere Länder Stabilität verkörpert und oft die Interessen kleinerer Länder – beispielsweise Schweden oder Polen – im Auge gehabt und mit vertreten.     

 Im Zentrum der Veranstaltung unter dem Titel „Trumpismus in Europa – Journalismus und Pressefreiheit in Zeiten von Fake News“ stand, wie mit Falschnachrichten mittlerweile nicht nur in den USA, sondern auch in Europa Politik gemacht wird, und wie die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion verschwimmen. ++ (me/mgn/29.10.18 – 282)

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Wem gehört Berlin ? – Expansion einer erfolgreichen Hamburger Immobilien-Initiative

Berlin, 16. Oktober 2018 (ADN). Das von dem „Hamburger Abendblatt“ und dem investigativen Journalisten-Team Correctiv in der Hansestadt äußerst erfolgreich verlaufene Projekt unter dem Titel „Wem gehört Hamburg ?“ wird auf Berlin übertragen. Die Auftaktveranstaltung hat zu Wochenbeginn in der Hauptstadt stattgefunden. Partner von Correctiv in Berlin ist die renommierte Tageszeitung „Der Tagesspiegel“. Ende Oktober wird das Vorhaben im Bezirk Neukölln präsentiert und Anfang November im Bezirk Mitte.

Vor dem Hintergrund der immer prekärer werdenden Wohnsituation insbesondere in großen Städten und der verheerenden Gentrifizierungsfolgen findet das Vorhaben bei Mietern ungewöhnlich großen Anklang. Bei der Großrecherche „Wem gehört Berlin ?“ können sich die Wohnungsinhaber an die Initiatoren wenden, um den tatsächlichen Eigentümer der von ihnen bewohnten und gemieteten Immobilie oder Wohnung zu ermitteln. Auf diese Weise kann eine bisher nicht gekannte und nie dagewesene Transparenz über die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse vor Ort hergestellt werden. Außerdem ist es möglich, spekulativen oder gar illegalen Immobilienoperationen auf den Grund zu gehen und Mietwucher wirksam entgegen zu treten. Verdrängung der wenig begüterten Bevölkerungsteile aus den Innenstädten, Leerstand und Wohnungsnot prägen gegenwärtig die Situation.

Nach welcher Systematik die sogenannten Investoren und Spekulanten vorgehen, schildert „Der Tagesspiegel“ am Wochenende an einem Beispiel eindrucksvoll: „Als das Haus von Sven Fischer in der Kopenhagener Straße 46 verkauft wurde, begann für ihn ein Spießrutenlauf. Neuer Eigentümer war die Christmann-Gruppe. Laut zahlreichen Berichten bekannt dafür, Häuser aufzukaufen, teuer zu sanieren und in Eigentumswohnungen gewandelt zu verkaufen. Sie schickten Fischer Mieterhöhungsankündigungen aufgrund energetischer Modernisierungen und ‚Wohnwertverbesserung‘. Eine Bauplane wurde um das Haus gewickelt, erzählt er. Monatelanger Baulärm. Überall Staub und Schutt. Dann der Gipfel: Der Schornstein des Hauses war abgerissen worden und zusätzlich mit Brettern abgedeckt.  ‚Es war reines Glück, dass niemand zu Schaden kam‘, sagte er. Heizen konnte er die nächsten Wochen nicht mehr. Fischer kann die Gerichtsunterlagen zeigen, die belegen, dass der Bauleiter später wegen Baugefährdung dafür verurteilt wurde. ‚Entmietungsstrategie‘ nennt Fischer das. Heute sind er und seine Familie die letzten Mieter im Haus. Er zahlt zweieinhalbmal so viel Miete wie vor dem Verkauf.  Ein aktuelles Gerichtsurteil hat gerade die Unrechtmäßigkeit dieser Erhöhung bestätigt. Zahlen musste er so lange trotzdem. Die anderen 30 Parteien gaben auf, erzählt er. Fischer wehrte sich, bestritt dutzende Gerichtsverfahren, erhielt mehrfach fristlose Kündigungen und Räumungsklagen. Als er mit der Presse spricht, erhält er eine Strafanzeige wegen Verleumdung. Sie wird später eingestellt. Die Christmann-Unternehmensgruppe ist für eine Stellungnahme zu dem Fall nicht erreichbar.“

So oder so ähnlich wie Sven Fischer geht es Tausenden und Abertausend Mietern in Deutschland. Dem tritt die Initiative „Wem gehört Berlin ?“ wirksam entgegen, indem sie im ersten Schritt erst einmal den Eigentümer des jeweiligen Hauses ermittelt. Entscheidend ist die Mitwirkung der Mieter selbst, deren Kooperationsbereitschaft Voraussetzung ist. ++ (wo/mgn/16.10.18 – 269)

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Ulrich Wilhelm: ARD muss sich ändern

München, 5. August 2018 (ADN). Unter Verweis auf die Schweizer Volksabstimmung über die weitere Existenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mahnt der ARD-Vorsitzende und Intendant des Bayrischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, am Sonntag in „Der Tagesspiegel“ eine tiefgehende Neuordnung der medialen Grundversorgung an.

„Die ARD muss sich verändern. Neue Inhalte, mehr Publikumsdialog, auch Selbstkritik, weiteres Sparen – all das nehmen wir in Angriff,“ kündigte Wilhelm beherzt an. Doch die Grundgedanken wie die journalistische und wirtschaftliche Unabhängigkeit sowie das Aufrechterhalten einer Gesamtöffentlichkeit sollen die Rezepte der Zukunft bleiben. Deshalb kämpfe er für den Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, gerade im rasanten, technikgetriebenen Wandel der Digitalisierung. ++ (me/mgn/05.08.18 – 197)

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Vorschläge zur Rettung der repräsentativen Demokratie

Berlin, 1. Juli 2018 (ADN). Sebastian Bukow von der Heinrich-Böll-Stiftung und der Politikwissenschaftler Maik Bohne unterbreiten am Sonntag in der Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ drei Vorschläge, um die repräsentative Demokratie zu retten. Zunächst müsse die Gesellschaft wieder öffentliche Orte finden, an denen unterschiedliche Meinungen diskutiert und ausgetauscht werden können. Desweiteren empfiehlt das Duo den Parteien, sich vom Leitbild einer geschlossenen Organisation zu lösen. Nur so könne offen in die Gesellschaft hineingewirkt werden. Als dritte und letzte Bedingung fordern sie mehr Freiraum für die Bürger, um sich politisch betätigen zu können. Demokratie lebe von Menschen, die die Übernahme von Verantwortung für selbstverständlich halten.

Nach Meinung der Politikberater fühlen sich Bürger nicht mehr von der Politik vertreten und wollen sich auch nicht vertreten lassen. ++ (vi/mgn/01.07.18 – 163)

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Wachsender Zuspruch für Hausbesetzer – Mieterproteste von 127 Hamburger Organisationen

Hamburg/Berlin, 5. Juni 2018 (ADN). In Deutschlands Großstädten erhalten Hausbesetzungen immer größeren Zuspruch unter der Bevölkerung. Das ergab eine Forsa-Umfrage, über die zu Beginn dieser Woche das „Hamburger Abendblatt“, das „neue deutschland“ und „Der Tagesspiegel“ berichten. Mehr als die Hälfte der Befragten befürworten Hausbesetzungen, um Spekulanten das Handwerk zu legen und insbesondere für junge Leute mehr Wohnraum zu schaffen. 53 Prozent der Berliner halten gesetzeswidrige Hausbesetzungen für ein legitimes Mittel, um auf Wohnungsnot aufmerksam zu machen. Die öffentliche Meinung habe sich schneller verändert und radikalisiert als geglaubt, so Rouzbeh Taheri von der Initiative Mietenvolksentscheid. Er engagiert sich derzeit bei einer Kampagne für einen Volksentscheid mit dem Ziel, den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen zu enteignen. Nach Meinung einer Berliner Linkspolitikerin darf es keine Straftat mehr sein, Wohnungen in Besitz zu nehmen, die zum Zweck der Spekulation leer stehen.

Die Wut der Hamburger vom Mietwucher Frustrierten entlud sich am Wochenende bei stark frequentierten Protest-Demonstrationen. Die Veranstalter sprachen von 8.000 Teilnehmern. Zu den Kundgebungen aufgerufen hatten 127 Organisationen, darunter Statteilzentren, der Verein Mieter helfen Mietern und das Obdachlosen-Magazin „Hinz und Kunz“. Seit die SPD in Hamburg regiere, werde zwar so viel gebaut wie schon lange nicht mehr, hieß es im Aufruf. Noch stärker als die Wohnungsbauzahlen zögen jedoch die Mietpreise an. Die „Mietpreisbremse“ sei ein zahnloser Tiger. ++ (wo/mgn/05.06.18 – 137)

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Gabriel zu Dimensionen staatlichen Kontrollverlusts und Versagens

Berlin, 9. April 2018 (ADN). Der ehemalige Bundesaußenminister und Ex-SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel äußerte sich am Montag in der Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ ausführlich zu dem in der Bundesrepublik entstandenen, weitverzweigten Kontrollverlust des Staates.  Dabei setzt er sich mit Einschätzungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn auseinander. In dem Gastbeitrag schreibt er, der erste Trugschluss von Spahn sei, dass er die Debatte auf Fragen der inneren Sicherheit und des Grenzschutzes verengt. Das gehöre zwar dazu, aber für die allermeisten Bürger gehöre zu den ganz normalen staatlichen Aufgaben auch eine angemessene Daseinsvorsorge. Und die umfasse zum Beispiel saubere und möglichst schöne Schulen, genug Lehrer, Haus- und Fachärzte in erreichbarer Nähe ohne elend lange Wartezeiten, einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr und nicht zuletzt Löhne und Renten, von denen man nicht nur überleben, sondern leben kann.

Gabriel setzt noch einen drauf: „Und als Kontrollverlust des Staates empfinden es viele ganz sicher auch, wenn jeder Arbeitnehmer und Handwerksmeister seine Steuern zahlen muss, große Konzerne sich aber ganz legal ihrer Gemeinwohlpflicht zum Steuernzahlen durch Flucht ins Ausland entziehen können.“ Wenn 20 Prozent der deutschen Gemeinden weder eine Schule, einen Hausarzt, eine Apotheke noch einen Laden oder auch nur eine Bushaltestelle haben, dann gehöre das für die dort lebenden auch zum „Staatsversagen“.  ++ (st/mgn/09.04.18 – 099)

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Neuer Meinungstrend: Solidarisches Grundeinkommen statt Hartz IV

Berlin, 21. März 2018 (ADN). Unübersehbar und fast mit Urknalleffekt wenden sich wichtige bundesdeutsche Meinungsträger und Forschungseinrichtungen dem „Solidarischen Grundeinkommen“ zu. es soll das seit seiner Einführung vor 15 Jahren höchst umstrittene Hartz-IV-Geld ersetzen. Dafür sprach sich am Mittwoch der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, Marcel Fratzscher, im Interview mit der „Berliner Zeitung“ aus. Er folgt damit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, der künftig für einen „steuerfinanzierten Vollzeit-Job auf Mindestlohnniveau“ plädiert. Müller will damit eine „neue soziale Agenda“ initiieren.

Fratzscher bekräftigt die dringende Notwendigkeit einer grundlegenden Reform der Sozialsysteme. Er habe das „Solidarische Grundeinkommen“ kürzlich durchrechnen lassen. Das sei machbar. Eine solche prinzipielle Lösung wäre ein grundlegender Mentalitätswechsel. Dagegen lehnt der DIW-Chef das „Bedingungslose Grundeinkommen“ (BGE) ab.

Auch die Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ befasst sich mit der Abschaffung von Hartz IV am selben Tag schwerpunktmäßig. Sie zitiert den Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck, nach dessen Auffassung die Zeit über Hartz IV hinwegegangen ist. ++ (so/mgn/21.03.18 – 080)

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AOK Nordost im Zwielicht – hohes Risiko knapper Impfstoffe

Berlin, 8. März 2018 (ADN). ++ Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Nordost ist ins Zwielicht geraten. Darüber berichtet die Zeitung „Der Tagesspiegel“ am Donnerstag. Sie zitiert den Präsidenten der Berliner Ärztekammer, Günther Jonitz, die AOK gehe „ganz klar ins Risiko“. Gemeint ist die ausreichende Versorgung mit Impfstoffen, die durch die Vertragsgestaltung der AOK gefährdet ist. Letztlich kam nur ein Anbieter zum Zuge. Dieser muss die Lieferung aller Grippeimpfschutzstoffe bis Mitte März garantieren. Kommt es zu Produktionsausfällen oder kurzfristig zu deutlich höherer Nachfrage, wird es schwierig. Aufgrund des komplexen Produktionsprozesses, der zwischen fünf und sechs Monate dauert, könnten andere Hersteller kaum einspringen. „Lassen Sie mal in der Firma dieses einen Herstellers ein größeres Problem auftauchen, dann haben wie womöglich gar keinen Impfstoff,“ so Jonitz.

Auch aus Bremen kommt Kritik. Der Pharmaexperte Gerd Glaeske wirft der AOK vor, nichts aus dem Lieferdesaster vor drei Jahren gelernt zu haben. Wenn nur einer den Vertrag bekomme, fahren andere ihre Produktion zurück. Dieses Risiko falle dann auf die Versicherten zurück. Auch die Impfung von Kindern und Jugendlichen werde durch das AOK-Manöver erschwert. Der Impfstoff des zum Zuge kommenenden Herstellers Mylan sei nämlich nur für Erwachsene zugelassen. Wenn unter 18jährige AOK-Patienten geimpft werden sollten, müssten eigens andere Impfstoffe bestellt werden. Entsprechend entstünden zusätzliche Genehmigungspflichten und mehr Bürokratie.++ (ge/mgn/08.03.18 – 067)

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Im Berliner Untergrund liegen noch 3.000 Weltkriegsbomben

Berlin, 6. November 2017 (ADN). Im Berliner Boden liegen noch geschätzt 3.000 Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie zu bergen und unschädlich zu machen, wird nicht nur immer schwieriger, sondern auch gefährlicher. Darüber berichtet am Montag die Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“. Gerade die Zünder seien durch das Alter und die Korrosion in bedenklichem Zustand. Schon jetzt könnten viele Bomben nicht mehr problemlos entschärft werden. Sprengungen durch die Kampfmittelräumdienste würden immer wahrscheinlicher. Das könne im eng bebauten Stadtgebiet zu erheblichen Schäden führen. Es sei in Generationen zu rechnen, bis die Bombenlast beseitigt ist. An Gefährlichkeit für Menschen und ihr Eigentum werde das explosive Kriegserbe so schnell nicht einbüßen. ++ (mi/mgn/06.11.17 – 311)

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