Neue Friedliche Revolution gefordert

Berlin, 6. März 2020 (ADN). „Wir brauchen eine neue friedliche Revolution !“ Diese Notwendigkeit sieht die seinerzeitige Bürgerrechtlerin Angelika Barbe. Die ehemalige Mitgründerin der Sozialdemokratischen Partei in der DDR fordert das als Gastautorin auf dem Portal http://www.vera-lengsfeld.de Mitte dieser Woche. Wahlen in Thüringen seien überflüssig. Bodo Ramelow habe die Machtfrage unter tätiger Mithilfe der CDU-Blockflöten geklärt. „Die geburtsbegnadeten und diktaturverschonten Westgewächse der CDU haben jegliche Gegenwehr gegen die noch in den Landtagen und im Bundestag sitzenden SED-Täter dank unerträglicher Anpassung an die ‚Patin‘ (Angela Merkel) eingebüßt. Sowohl CDU als auch FDP Thüringens dagegen standen mit ihrer demokratischen Handlungsweise am 5. Februar 2020 für einen Tag in den besten Traditionen deutscher Politik und Geschichte“, schreibt Barbe. ++ (th/mgn/06.03.20 – 066)

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Kolonisierung Ostdeutschlands hat wahren Kern

Köln/Berlin, 9. Februar 2020 (ADN). Im Umgang mit der ostdeutschen Kunst aus der Zeit vor und nach 1989 spiegeln sich die inneren Widersprüche der deutschen Wiedervereininigung. Der Beitritt der DDR führte zu einem beispiellosen Kulturtransfer, um die westliche Demokratie im Osten zu etablieren, teilt der Publizist Carsten Probst am Sonntag im Deutschlandfunk mit. Er bezieht sich ausführlich auf den Dresdener Kulturwissenschaftler Paul Kaiser. Zu fragen sei warum es in den 30 Jahren seit 1989 keinem westdeutschen Museum eingefallen ist, die ostdeutsche Kunst seit 1945 systematisch zu untersuchen. Der Vorwurf der Kolonisierung habe wohl doch einen wahren Kern. Der Marktwert ostdeutscher Kunst, „der vor dem November 1989 bei einigen repräsentativen Künstlern durchaus stattliche Werte erreicht hatte, weil die Bilder bei bestimmten Sammlern überaus begehrt waren, fiel nach der Wiedervereinigung nahezu ins Bodenlose und liegt heute bei manchen Werken nahe am Materialwert.“ ++ (ku/mgn/09.02.20 – 040)

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Münkler: Politisches Denken in Thüringen unterentwickelt

Berlin, 7. Februar 2020 (ADN). Die politische Krise in Thüringen hat mit der DDR-Vergangenheit dieses Bundesland zu tun. Das sagte der Politikwissenschaftler und Historiker Prof. Herfried Münkler am Freitag im Deutschlandfunk. Es sei dort problematisch, geeignetes politisches Personal zu finden; also Abgeordnete zu bekommen, die eine wirkliche Vorstellung von Demokratie und deren Problemen in der deutschen Geschichte sowie im Umgang mit der Weimarer Republik haben. „Die scheinen unterentwickelt zu sein“, bewertete Münkler die Fähigkeiten zum politischen Denken. In Erfurt habe es ein Zusammenspiel zwischen von Skrupellosigkeit und handwerklicher Unfähigkeit gegeben.

Münkler übersieht offensichtlich, dass das politische Führungspersonal in Thüringen zu großen Teilen aus Westdeutschland importiert worden ist. Es weht ein Hauch von Verunglimpfung gegenüber den Ostdeutschen.  ++ (tr/mgn/07.02.20 – 038)

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Schalck-Golodkowski hortete zwölf Tonnen Gold – DDR-Chemieindustrie zu 97 Prozent in westdeutscher Hand

Erkner, 20. November 2019 (ADN). Die ostdeutsche Chemieindustrie verzeichnete in der Wendezeit vor drei Jahrzehnten durch die wirtschaftliche Transformation einen Verlust von 250.000 Arbeitsplätzen. Das stellte der ehemalige Vize-DDR-Minister für Chemie Dieter Knoch am Mittwochabend in Erkner während einer Veranstaltung des ChemieFreunde Erkner e.V. fest. Zudem habe die Privatisierungstätigkeit der Treuhandanstalt dafür gesorgt, dass 97 Prozent der Produktionskapazitäten dieses Indusatriezweigs an westdeutsche Firmen verkauft worden sind.

Knoch hält die Behauptung, die DDR sei pleite, für ein Märchen. Das im Herbst 1989 bekannt gewordene sogenannte Schürer-Papier habe lediglich einen Teil der wirtschaftlichen Lage der DDR berücksichtigt. Das von Alexander Schalck-Golodkowski separat geleitete Außenhandelsressort Kommerzielle Koordinierung (KoKo) sei dabei überhaupt nicht einbezogen worden. Über die dort verwalteten Guthaben, Vermögen und anderen Werte gebe es bis heute Unklarheit. Immerhin seien in den KoKo-Tresoren zwölf Tonnen Gold gefunden worden. In den Kellern der DDR-Staatsbank waren es nur neun Tonnen dieses Edelmetalls. ++ (dd/mgn/20.11.19 – 324)

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Größte DDR-Demonstration vor drei Jahrzehnten

Berlin, 4. November 2019 (ADN). Vor genau dreißig Jahren erlebte die DDR ihre größte Demonstration der Bürger. Aufgerufen hatten Künstler, Theaterschaffende und andere Intellektuelle.  Fast ein Million Kundgebungsteilnehmer forderten auf dem Berliner Alexanderplatz von der Führung des Staates einen Systemwechsel. Vorbild war die Politik Michail Gorbatschows in der UdSSR. (dd/mgn/04.11.19 – 308)

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Korea kann von deutscher „Wiedervereinigung“ nichts lernen

Berlin, 15. Oktober 2019 (ADN). „Geschichte wiederholt sich nicht“. Diese simple Erkenntnis artikuliert der Theologe Richard Schröder, der sich in der letzten Phase der DDR als Bürgerrechtler profilierte und Mitglied der letzten DDR-Volkskammer war, am Dienstag im Deutschlandfunk. Deswegen sei von ihm nicht erlernbar, wie man eine Revolution macht oder eine Diktatur stürzt. Die Umstände in der DDR seien zu spezifisch gewesen. Deswegen könne den Koreanern auch nicht geholfen und nichts geraten werden, um sich wieder zu vereinigen. Zwar berate derzeit eine Kommission, zu der er gehört, darüber, was aus der Deutschen Einheit für die koreanische Einheit zu lernen ist. Richtg übertragbar sei jedoch nichts.

Der evangelische Pfarrer, Professor und Sozialdemokrat Schröder war nach dem DDR-Beitritt zur BRD Mitglied der Grundwertekommission der Sozialdemokratischen Partei (SPD). ++ (fr/mgn/15.10.19 – 291)

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