Nächste Finanzkrise kommt wie das Amen in der Kirche – DM-Rückkehr bringt 555-Milliarden-Euro-Verlust

Frankfurt am Main, 19. August 2017 (ADN). Die Erfahrungen der vergangenen acht Jahre seit Ausbruch der Griechenlandkrise sprechen für das Durchwursteln ohne Vorsorge für die nächste Krise. Das schreibt Thomas Mayer, Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute und Professor an der Universität Witten/Herdecke, am Sonnabend in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Angesichts der weiterhin extremen Verschuldung der privaten und der öffentlichen Hand sei eine weitere Finanzkrise im nächsten Konjunkturabschwung so sicher wie das Amen in der Kirche. Es wäre eine noch massivere monetäre Finanzierung öffentlicher und privater Schulden durch die Europäische Zentralbank (EZB) nötig, um massenhafte Bankrotte abzuwehren. „Dies mag so kommen, aber eine weitere Ausweitung der monetären Hilfsprogramme der EZB könnte daran scheitern, dass harter Widerstand gegen die unendliche Dehnung der Statuten der Zentralbank aufkommt“, so Mayer. Manchen Regierungen könnte in diesem Fall nichts anderes übrigbleiben, als die europäische Währungsunion (EWU) zu verlassen und wieder eine eigene Währung einzuführen, um einen ungeordneten Bankrott zu vermeiden. Das könnte zum Zusammenbruch der EWU und dem Ende des Euros führen.

Zu diesem einen denkbaren Szenarium infolge dessen, dass die Europäische Zentralbank derzeit den für das Euro-Staatsgeld geschaffenen Schattenstaat regiert, gehört auch die Einführung einer „neuen D-Mark“. Ihr gegenüber würden die meisten nationalen Währungen voraussichtlich abwerten. Am Ende einer solchen Kette von Folgeerscheinungen stünde ein direkter finanzieller Verlust für den deutschen Staat samt Bundesbank von 555 Milliarden Euro oder rund 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. ++ (fi/mgn/19.08.17 – 232)

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Widerstreitendes Echo auf Wander-Ausstellung „Begrüßungsgeld für DDR-Bürger“

Erfurt, 12. Juni 2016 (ADN). Eine Container-Ausstellung unter dem Titel „Begrüßungsgeld für DDR-Bürger“ schloss am Donnerstag in Erfurt nach drei Tagen ihre Pforten. Erste Haltepunkte waren Saalfeld und Rudolstadt. Nächste Station der seit dem vergangenen Jahr auf Wanderschaft befindlichen Exposition ist im September das mittelthüringische Sömmerda. Die aus einem nach beiden Seiten offenen Container bestehende Schau zeigt auf den jeweils gegenüber liegenden Wandflächen einerseits Fotos von den ersten Wochen nach dem Fall der Mauer vor mehr als 25 Jahren und andererseits Bilder von gegenwärtig in Deutschland ankommenden Flüchtlingen aus Kriegsgebieten des Nahen und Fernen Ostens sowie Afrikas.

Der Initiator und Organisator der Ausstellung, der Kulturjournalist Hans Ferenz aus Berlin-Schöneberg, will die Besucher zum Nachdenken und Vergleichen der konkreten Situationen anregen, zwischen denen der Zeitraum eines Vierteljahrhunderts liegt. Auf einem gelben Merkzettel – Imitat eines Auszahlungsscheins der Deutschen Bundespost über 100 Deutsche Mark – ist beispielsweise zu lesen: „Vor Banken, vor Postschaltern und vor eilig aufgestellten Ausgabecontainern bildeten sich Menschenschlangen. An alle Bürgerinnen und Bürger der DDR wurde Begrüßungsgeld ausgezahlt: pro Person hundert D-Mark und in Bayern gab’s noch vierzig oben drauf. Das westdeutsche Zonenrandgebiet wurde zum Einkaufsparadies: Bananen gab es kiloweise. Markenturnschuhe für 99 D-Mark. Probesitzen im gebrauchten Daimler war umsonst. In der gemeinsamen neuen Heimat schien alles möglich. Man träumte von blühenden Landschaften. So mancher Traum ist geplatzt, viele gingen in Erfüllung.“

Das Echo ist nach den Worten von Ferenz äußerst gemischt. Während einige Städte und Institutionen das von staatlichen, kommunalen, parteiliche und medialen Partnern geförderte Projekt emsig unterstützt hätten, sei es andernorts auf vehemente Ablehnung gestoßen. Auch in Erfurt habe er diesen scharfen Kontrast erlebt. Während das städtische Ordnungsamt zunächst das Aufstellen des Containers auf dem Vorplatz des Erfurter Hauptbahnhofs verwehrte, weil das zu unzulässigen Menschenansammlungen führen könne und den Passantenverkehr erheblich störe, wurde es von der Bürgermeisterin Tamara Thierbach befürwortet. Auch die Meinung der Besucher ist gespalten. Ein interessierter ehemaliger DDR-Bürger ließ wissen, dass er sein Begrüßungsgeld im Jahr 2005 symbolisch aus Protest zurückgezahlt habe, weil er durch die darauf folgenden Ereignisse in der Bundesrepublik Deutschland seiner Arbeit, seines Grundbesitzes und seines Restvermögens beraubt worden ist, lächelte Ferenz milde und vielwissend. Der ergänzenden Bemerkung, dass mit Speck Mäuse gefangen werden, stimmte er sanft zu. ++ (pä/mgn/12.06.16 – 157)

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Die D-Mark ist unsterblich – 13 Milliarden kursieren noch

München, 6. Januar 2016 (ADN). Die D-Mark ist unsterblich. 13 Milliarden kursieren noch. Das teilt die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Doppelausgabe zum Epiphanias-Tag mit. Die Einzelhandelskette Kaufland spiele im Januar ein bisschen Bundesbank und akzeptiere die harte D-Mark als Zahlungsmittel. Beim Modehaus C & A sei das bereits seit dem Jahr 2002 möglich, nachdem der Euro eingeführt worden war. Das Textilhandelshaus habe in seinen 500 Filialen seit 2004 mehr als 50 Millionen D-Mark eingenommen. Monatlich betrügen die D-Mark-Einnahmen bis heute zwischen 50.000 und 100.000.

Die Deutsche Bundesbank weiß nicht, wo die 13 Milliarden D-Mark lagern, zirkulieren oder als Erinnerungsstücke der guten alten Zeit verehrt werden. Restbestände könnten sich in Ex-Jugoslawien oder anderen Ländern befinden, wo die bundesdeutsche Währung Zahlungsmittel war. Die bundesdeutsche Zentralbank zumindest nimmt – im Gegensatz zu anderen nationalen Notenbanken – weiterhin unbefristet D-Mark an und tauscht sie in allen ihren 43 Filialen gegen Euro. Ein Ende der scheinbar ewig währenden Gültigkeitsklausel zum Umtausch und zum Handel mit der harten D-Mark ist nicht absehbar.  ++ (mo/mgn/06.01.16 – 006)

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