Träge Verwaltungen blockieren Bürgerbeteiligung – Mangel an Transparenz und Kommunikation

Leipzig/Konstanz, 16. Dezember 2015 (ADN). Bürgerbeteiligung ist als Wertschöpfungskette mit gleichstarken Gliedern zu betrachten. Das erklärte der Gründer der Konstanzer Reformagentur Dr. Raban Fuhrmann am Mittwoch in Leipzig. Zuvor hatte eine kurzfristig zustande gekommene Diskussionsrunde mit Leipziger Einwohnern stattgefunden, die in den vergangenen Jahren in mehreren Quartieren der Messestadt Initiativen zur Stadtentwicklung ins Leben gerufen hatten oder maßgeblich an kreativen Projekten beteiligt waren. Der Gedankenaustausch sollte dazu dienen, Möglichkeiten zur wirklichen Verbesserung der Bürger-Partizipation an urbanen Veränderungsprozessen zu erörtern. Es handele sich dabei nicht  – wie bisher in der Mehrzahl der Fälle – um eine „Schönwetterveranstaltung“. Zunächst hatten die rund zwei Dutzend Teilnehmer, zu denen Studenten, Akademiker und Rentner gehörten, positive und negative Erfahrungen ausgetauscht. Über erste Versuche der Bürgerbeteiligung im Jahr 2011 berichtete Jürgen Salomon aus Leipzig-Gohlis, der an der Verkehrsberuhigung der Anliegerstraße Poetenweg tatkräftig mitwirkte. Allerdings sei es in den meisten Problemfällen bei guten Worten geblieben. Die Umsetzung konstruktiver Vorschläge erfolge halbherzig oder unterbleibe ganz. Das werde in der Regel durch träge oder schwerfällige Verwaltungen verursacht. Es herrsche ein gravierender Mangel an Transparenz und Kommunikation. „Die Stadt muss begreifen, dass Bürger rechtzeitig und ernsthaft zu beteiligen sind“, so der 55jährige. Gute Praxisbeispiele aus anderen Städten wie Zella-Mehlis und Potsdam, sollten durchaus imitiert werden, empfiehlt der beruflich als Bildungsberater Tätige.

Der 35jährige Peter Hartmann präsentierte die Plattform NextLeipzig, die eine Vision für ein umfassend nachhaltiges Leipzig erstellt. Zu den bereits eingeloggten Vorschlägen gehört der von Markus Kollotzek, das City-Hochhaus in ein gigantisches Gewächshaus umzufunktionieren. Mit derart betriebener vertikaler Landwirtschaft lasse sich der städtische Selbstversorgungsgrad enorm erhöhen. ++ (de/mgn/16.12.15 – 341)

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