„Sachsens Glanz und Elend“ an schwarzem Wochenende eindrucksvoll dokumentiert

Leipzig, 18. März 2018 (ADN). Über die Geschichte eines vorläufigen Zerwürfnisses des Bundeslandes Sachsen gegen Berlin und den Westen berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) am Sonntag unter einer Abbildung Augusts des Starken. „Sachsens Glanz und Elend“ wird in seiner historischen Entstehung und seinem heutigen Erscheinungsbild in vielerlei Facetten beleuchtet. Es ist ein Psychogramm eines Menschenschlages, der an einer Zerreißgrenze zwischen West- und Osteuropa über Jahrhunderte existiert und dabei stetigen politischen Wechselbädern ausgesetzt war und ist. Die auffällige Hinwendung des Freistaates Sachsen zu seinen östlichen Nachbarn wird deutlich herausgestellt. Um Sachsens Sonderstellung zu verdeutlichen, lässt die Wochenzeitung eine der profiliertesten politischen Querköpfe Sachsens, den CDU-Politiker Arnold Vaatz, ausführlich zu Wort kommen. Als einst führender Kopf der friedlichen Revolution schimpfe er über den „penetranten Narzissmus des Westens“. Über Sachsen sei ein „Tsunami der Überheblichkeit gekommen, und zwar von Leuten, die außer „ihrer albernen Salonrevolte“ von 1968 historisch nichts geleistet hätten und ihre Demokratie von Briten und Amerikanern geschenkt bekommen hätten. Bestätigt wird, dass es tatsächlich mit dem Wiederaufbau der sächsischen Wirtschaft unter Ägide der Berliner Treuhand schlecht lief. „Sachsen war vor dem Krieg die am stärksten industrialisierte Region Deutschlands, der erste deutsche Autokonzern hatte seinen Sitz in Zwickau. Bei Horch wurden schon Luxuslimousinen gebaut, da gab es VW Wolfsburg noch gar nicht, und um Ingolstadt grasten die Kühe. Textilwirtschaft, Maschinenbau, Elektrotechnik – überall war Sachsen führend. Keine andere deutsche Gegend hatte so viele Bahnverbindungen wie die Sächsische Staatseisenbahn“. Dass genau diese Restqualität ausgerechnet an diesem Wochenende total zusammenbrach, den Leipziger Hauptbahnhof angesichts eines plötzlichen Wintereinbruchs von der Außenwelt abschnitt und das im Zenit allerhöchster Öffentlichkeit der Leipziger Buchmesse, dürfte für von den Sachsen als besonders schmerzliche Symbolik und tiefste Demütigung empfunden werden. Die Hölle  eines schwarzen Image-Wochenendes hatte ihren Schlund weit geöffnet und die stolze Stadt in der Pracht von  Schnee- und Eismassen versinken lassen. ++ (re/mgn/18.03.18 – 077)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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Handschreiben auf Papier ist sterbende Kulturtechnik

München, 10. März 2018 (ADN). Das Schreiben mit Stift auf Papier ist eine sterbende Kulturtechnik. Das könnte die motorischen und kognitiven Fägigkeiten des Menschen beeinträchtigen. Das befürchtet Katrin Blawat in einem Beitrag der Wochenendausgabe der“Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Einer Umfrage unter 2.000 Briten zufolge habe jeder dritte Befragte im vergagenen halben Jahr nichts mit der Hand geschrieben. Handschreiben sei Präzisionsarbeit, die sich wahrscheinlich sogar auf den Geist auswirkt. Einer Studie von Jean-Luc Velay und Marieke Longcamp (Aix-Marseilles Universite) zufolge gilt dies bereits für das Erlernen des Alphabets. Weitere Beweise für diese Zusammenhänge liefern die britischen Erziehungswissenschaftler Jane Medwell und Davis Wray. „Die physischen Bewegungen, die mit dem Handschreiben einhergehen, sind Teil des Denkprozesses“, lautet ihre im vergangenen Jahr gewonnene Erkenntnis. Nach Einschätzung von Karin James und Laura Engelhardt berichten in den „Trends of Neuroscience and Education“aktivierte Handschreiben Bereiche in den Gehirnen ihrer jungen Probanden, die beim Tippen von Buchstaben unbeteiligt bleiben.

Eine Studie aus der Princeton University ergibt: Wer einen Stift benutzt, dem fällt es leichter, komplexe Zusammenhänge aus einer Vorlesung zu erklären. „Da sich mit der Hand nicht jedes Wort mitschreiben lässt, ist man gezwungen, das Wichtigste auszuwählen. Man muss den Stoff zumindest grob durchdrungen haben. Wer hingegen Sprechgeschwindigkeit tippt, kann mitschreiben ohne mitzudenken“, schreibt die Autorin. Der Psychologe Marquardt vom Schreibmotorik-Institut bekennt: „Die Ideen kommen mit der Handbewegung beim Schreiben. Es strukturiert die Gedanken.“ ++ (pl/mgn/10.03.18 – 069)

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