Nach 20 Jahren Kriegsende in Bosnien-Herzegowina noch 8.000 Menschen vermisst

Sarajevo/Srebrenica, 13. Oktober 2016 (ADN). In Bosnien Herzogewina werden mehr als zwei Jahrzehnte nach Kriegsende noch immer 8.000 Menschen vermisst. Darüber berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Donnerstag. Die meisten der noch nicht Gefundenen seien Bosniaken, 20 Prozent Serben und 5 Prozent Kroaten. Insgesamt wurden in dem Bosnienkrieg 100.000 Menschen getötet.

Zur Suche nach den Vermissten wurde im Jahr 2000 ein Institut gegründet. Nach den Worten seines Leiters Amor Masovic gibt es noch mindestens 50 unentdeckte Massengräber. Vor allem im serbischen Teil des Landes werden noch viele solcher Grabstätten vermutet. Die Untersuchungen seien sehr aufwendig und erforderten viel dedektivische Kleinarbeit. Nach anfangs sehr fehlerhaften Suchmethoden ging man ab 2001 zu DNA-Tests über. Seitdem wurden 70.000 genetische Proben gesammelt. Mehr als 70 Prozent der Kriegstoten konnten bislang identifiziert werden. Verglichen mit anderen Konfliktregionen der Welt ist die Aufklärungsquote dennoch beachtlich. ++ (mi/mgn/13.10.16 – 279)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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837 Visa für Arbeitskräfte vom Westbalkan

Hamburg, 10. März 2016 (ADN). Deutsche Visastellen in den Westbalkanländern erteilten zwischen Anfang Dezember 2015 und Ende Februar dieses Jahres erst 837 Visa für Arbeitskräfte, die in Deutschland arbeiten wollen. Darüber berichtet am Donnerstag das „Hamburger Abendblatt“, dem diese Zahl und andere Daten aus dem Bundesarbeitsministerium auf Anfrage gegeben wurden. Allein auf Bosnien-Herzegowina entfallen davon 353 Visa, auf Kosovo 67 und auf Montenegro 40 Visa. Jedoch sei die Zahl der Antragsteller aus diesen Ländern mehr doppelt so hoch. Nach Angaben des Ministeriums hat die Bundesagentur für Arbeit in dem betreffenden Zeitraum 2.932 Vorabzustimmungen erteilt. Die müssen von den potentiellen Arbeitgebern beantragt werden. Sie sind Voraussetzung für einen Visumantrag.

Diese Regelung soll ein fairer Ausgleich für Flüchtlinge aus Südosteuropa sein und eine Hilfe für die deutsche Wirtschaft. Bürger aus den sechs Westbalkanstaaten haben in Deutschland nach Gesetzesverschärfungen kaum noch eine Chance auf Asyl. Dafür wurde die Möglichkeit eingeräumt, ganz legal als Arbeitsmigrant einzureisen. Der Weg hat sich als holprig erwiesen, so das „Hamburger Abendblatt“. Erst seit wenigen Wochen gebe es einen Schub. ++ (10.03.16 – 70)

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