AOK Nordost im Zwielicht – hohes Risiko knapper Impfstoffe

Berlin, 8. März 2018 (ADN). ++ Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Nordost ist ins Zwielicht geraten. Darüber berichtet die Zeitung „Der Tagesspiegel“ am Donnerstag. Sie zitiert den Präsidenten der Berliner Ärztekammer, Günther Jonitz, die AOK gehe „ganz klar ins Risiko“. Gemeint ist die ausreichende Versorgung mit Impfstoffen, die durch die Vertragsgestaltung der AOK gefährdet ist. Letztlich kam nur ein Anbieter zum Zuge. Dieser muss die Lieferung aller Grippeimpfschutzstoffe bis Mitte März garantieren. Kommt es zu Produktionsausfällen oder kurzfristig zu deutlich höherer Nachfrage, wird es schwierig. Aufgrund des komplexen Produktionsprozesses, der zwischen fünf und sechs Monate dauert, könnten andere Hersteller kaum einspringen. „Lassen Sie mal in der Firma dieses einen Herstellers ein größeres Problem auftauchen, dann haben wie womöglich gar keinen Impfstoff,“ so Jonitz.

Auch aus Bremen kommt Kritik. Der Pharmaexperte Gerd Glaeske wirft der AOK vor, nichts aus dem Lieferdesaster vor drei Jahren gelernt zu haben. Wenn nur einer den Vertrag bekomme, fahren andere ihre Produktion zurück. Dieses Risiko falle dann auf die Versicherten zurück. Auch die Impfung von Kindern und Jugendlichen werde durch das AOK-Manöver erschwert. Der Impfstoff des zum Zuge kommenenden Herstellers Mylan sei nämlich nur für Erwachsene zugelassen. Wenn unter 18jährige AOK-Patienten geimpft werden sollten, müssten eigens andere Impfstoffe bestellt werden. Entsprechend entstünden zusätzliche Genehmigungspflichten und mehr Bürokratie.++ (ge/mgn/08.03.18 – 067)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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