EU finanziert neue libysche Nachrichtenagentur – Deutsche Welle trainiert Reporter

Brüssel, 19. November 2015 (ADN).  Eine neue, mit Mitteln der Europäischen Union (EU) finanzierte Nachrichtenagentur Libyens berichtet seit Oktober dieses Jahres aus dem nordafrikanischen Land. Die offizielle Eröffnung der Agentur hat am Donnerstag in Brüssel stattgefunden. Bei der Feier zum Start der Libyan Cloud News Agency (LCNA) sagte deren Leiter Tarek Abdul Salam Al Huni, dass künftig Kunden im In- und Ausland über das Leben in Libyen informiert werden sollen.  Für LCNA seien rund 100 Journalisten vor Ort im Einsatz. Deren Training hat, wie das Nachrichtenportal Quantara.de weiter berichtet, die Deutsche Welle Akademie übernommen. Deren Direktor Christian Gramsch begründet die Unterstützung mit den Worten: „Mit dieser sehr modernen Form einer Nachrichtenagentur unterstützen wir all diejenigen, die sich für den freien Zugang zu Information stark machen.“ Bislang seien diverse Informationskanäle reglementiert, besetzt oder zerstört worden. Es sei zu befürchten, dass totalitäre Herrscher, Diktatoren und religiöse Fundamentalisten den medialen Raum ausfüllen.

Laut Qantara.de, das seinerseits seit dem Jahr 2003 vom bundesdeutschen Außenministerium alimentiert und finanziert wird, bleiben die in Libyen tätigen LCNA-Reporter anonym. Ihre Berichte werden durch eine außerhalb Libyens operierende Nachrichtenredaktion geprüft und dann in einem geschützten Raum freigegeben. Das geschehe auf einem externen Rechner, dem „Cloud“ der Nachrichtenagentur. Von dem speziellen System der Bericherstattung verspricht sich die libysche EU-Botschafterin Nataliya Apostolova, aus dem von innerstaatlichen Konflikten übersäten Land unabhängige, unzensierte und glaubwürdige Berichte zu bekommen. Mittels unabhängiger Medien könne die Lage in Libyen stabilisiert werden. ++ (me/mgn/19.11.15 – 314)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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ZDF lehnt Ombudsstelle ab – Absage an Zuschauerkontakt und Transparenz

Mainz/Leipzig, 11. Oktober 2015 (ADN). Den Verantwortlichen des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) ist der Kontakt zu den Zuschauern und die Herstellung von Transparenz ein Anliegen. Das beteuert ZDF-Intendant Thomas Belluth in einem Antwortschreiben an den Verein Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien, das am Sonntag von der Vereinsvorsitzenden Maren Müller veröffentlicht wurde. Damit lehnte der ZDF-Fürst dennoch den Vorschlag des in Leipzig ansässigen Vereins ab, eine Ombudsstelle im ZDF einzurichten und damit eben für mehr Transparenz zwischen dem Fernsehpublikum und der Sendeanstalt zu sorgen. Belluth begründete seine Absage und die Beibehaltung des derzeitigen Zustandes mit der Formulierung: „Nach unseren bisherigen Erfahrungen sind hierfür sowohl die bestehenden rechtlichen Instrumente als auch die darauf aufsetzenden praktischen Verfahren gut geeignet.“ Es sei deshalb nicht förderlich, eine weitere quasi-administrative Ebene einzuziehen.

Dass die Wirklichkeit hinter den Kulissen des ZDF und auch der ARD eine konträr entgegengesetzt andere ist, bewies erst kürzlich im Juli eine Veranstaltung der Journalistenorganisation „Netzwerk Recherche“ in Hamburg. Dabei stellte sich heraus, dass in den beiden Fernsehanstalten die Nerven regelrecht blank liegen. Die ungewohnte Konfrontation mit einer anwachsenden Zahl von Zuschauerzuschriften und Beschwerden zu Form und Inhalt der Berichterstattung führt zu enormen Irritationen innerhalb des Organisation des ZDF-Verwaltungsapparates – von der Führungsspitze bis in die Redaktionen. ++ (me/mgn/11.10.15 – 274)

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