Wiederbelebungsversuch für Aramäisch

Wien/Tel-Aviv, 7. April 2018 (ADN). Ein israelischer Enthusiast des Aramäischen will die fast ausgestorbenen Sprache wiederbeleben. Wie die Wiener Zeitung „Der Standard“ diese Woche berichtet, unternimmt der Bewohner eines galiläischen Dorfes Schadi Challul den Versuch die Sprache Jesu Christi zu retten. Seine Muttersprache ist Arabisch. Er begann vor zehn Jahren Aramäisch zu lernen, weil er maronitischer Christ ist und somit Aramäer. das ist sein Argument, um sich der fast toten Sprache zu verschreiben. Man solle stolz sein, Nachfahre jener Christen zu sein, die Jesus gefolgt sind. Challul setzte durch, dass in der Volksschule im Dorf wieder Aramäisch angeboten wird. Als nächstes beabsichtigt er, ein Dorf in Galiläa zu errichten, in dem nur Aramäisch gesprochen wird.

Aramäisch ist eine semitische Sprache und entwickelte sich gegen Ende des Neubabylonischen Reiches. es wurde in der Gegend bis zum Jahr 200 n. Ch. gesprochen. Mit der islamischen Expansion bereitete sich Arabisch in der Region aus und verdrängte die anderen Sprachen. Dennoch ist Aramäisch, das zu den ältesten noch gesprochenen Sprachen gehört,  nicht ganz ausgestorben. In einigen kleinen abgelegenen christlichen und jüdischen Dörfern ist es noch in Gebrauch. In Syrien soll es noch drei Ortschaften geben, die Aramäisch sprechen. In Schweden lebt die größte Gemeinde Europas, in der Aramäisch gesprochen wird. Weltweit praktizieren einige Hunderttausend das Aramäische. ++ (li//mgn/07.04.18 – 097)

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Integration von Migranten in Sachsen unter schlechten Vorzeichen

Leipzig, 4. April 2018 (ADN). Der monolithische Blick auf den Islam hat sich gewiss nicht gelöst, so wie es sich die sächsische SPD-Generalsekretärin Daniela Kolbe am Mittwoch in Leipzig nach 90minütiger Diskussion über die so vielen Deutschen unbekannte, fast rätselhafte Religion mit einem sehr gemischten Publikum erhofft hatte. Trotzdem sie dazu mit dem Hochschullehrer Ahmed Ali von der Al Azhar Universität Kairo einen sachkundigen Experten über Koran, Kopftuch und islamische Geschichte eingeladen hatte. Auch ihr zweiter Gast, Tom Bioly, vom orientalischen Institut der Universität Leipzig, vermochte starre Positionen,  unverrückbare Ansichten und tief sitzende Vorurteile der Gäste im vollbesetzten Saal nicht zu erschütternd. Bioly, der einen kurzen Situationsbericht zu Muslimen in Sachsen präsentierte, brachte deshalb auch sein Erschrecken darüber zum Ausdruck angesichts der allgemeinen Pauschalisierung. Allerdings vermochte er auch nicht genügend überzeugende Argumente vorzubringen, die die generelle Entfremdung zwischen Einheimischen und zugewanderten Migranten hätten abbauen können. Einzig positiv an der Veranstaltung war, dass die Einführungsvorträge nur kurz waren und das Publikum mit seinen kritischen Fragen nicht allzu lange warten musste. Außerdem wurden große Anstrengungen unternommen, dass der Dialog sachlich und leidenschaftslos vonstatten ging.

Für eine Integration der Migranten in die ortsansässigen Gesellschaftsstrukturen ließ der Verlauf dieser Zusammenkunft nichts Gutes ahnen. Besonders deutlich wurde das an den schlicht nicht vorhandenen Bemühungen und Kontakten zwischen der Leipziger Stadtverwaltung einerseits und den Vereinen oder Glaubensgemeinschaften der Islam-Gläubigen andererseits. Das Schweigen und teilweise Misstrauen zwischen beiden Seiten hat offensichtlich die junge Generation der Zuwanderer auszubaden. Ahmed Ali illustrierte das an einem konkreten Beispiel. Als seine jetzt fünfjährige Tochter im Kinderwagen lag, lugte eine ältere Leipzigerin neugierig und bewundernd in das Gefährt und fragte den Vater dreimal eindringlich danach, wann er wieder nach Arabien zurückkehrt. Wenn dieser Fall eintrete, werde für seine kaum Arabisch sprechende Tochter in Ägypten eine mehr oder minder lange Phase der Orientierungslosigkeit beginnen. ++ (mi/mgn/04.04.18 – 094)

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