Kinderarbeit im Kakaoanbau – Industrie bricht Versprechen

Chicago/Berlin, 20. Oktober 2020 (ADN). Einer jetzt veröffentlichten Studie des National Opinion Resaerch Center (NORC) der Universität Chicago zufolge werden in Ghana und der Elfenbeinküste rund 1,5 Millionen Kinder ausgebeutet, indem sieauf den dortigen Kakaoplantagen arbeiten müssen. Wie das in Berlin asässige Forum Fairer Handel am Dienstag weiter mitteilt, betrifft das 45 Prozent der in landwirtschaftlichen Hausshalten lebenden Kinder. Damit sei der Vertrauensbruch durch die Schokoladenkonzerne Mars und Nestle erwiesen. Die Großunternehmen hatten bereits 2001 zugesagt, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit bis 2005 zu beenden.

Die Verpflichtung wurde mehrfach revidiert. Derzeit strebt die Süßwarenindustrie an, Kinderarbeit bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Die Vorstandsvorsitzende des Forums Fairer Handel, Andrea Fütterer, wies darauf hin, dass selbst in Brancheninitiativen wie dem Forum Nachhaltiger Kakao die Unternehmen bisher ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nicht nachkommen. ++ (mr/mgn/20.10.20 – 321)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Fairer Handel ein Renner in Deutschland

Berlin, 17. Juli 2018 (ADN). Immer mehr Menschen kaufen fair ein. In Deutschland ist fairer Handel zu einem Renner geworden. Wie das Forum Fairer Handel am Dienstag in Berlin auf seiner Jahrespressekonferenz mitteilt, setzt der Faire Handel mit fast 1,5 Milliarden Euro Umsatz und einem Plus von 13 Prozent seinen Wachstumsprozess fort. Nach den Worten der Forum-Vorstandsvorsitzenden Andrea Fütterer gilt es weiterhin, noch stärker gegen die Ursachen des ungerechten Welthandels zu wirken. Beispielsweise benötigten Kaffeebauern angesichts weiter sinkender realer Einkommen und wegen der Folgen des Klimawandels mehr Unterstützung. Das sei durch fairen Konsum und durch gesetzliche Regelungen möglich. Eine konkrete Möglichkeit dazu sieht das Forum in der steuerlichen Begünstigung des fair gehandelten Kaffees. Zudem forderte Fütterer: „Die Bundesregierung muss ihrer völkerrechtlichen Verpflichtung nachkommen und dafür sorgen, dass deutsche Unternehmen Menschenrechte entlang ihrer lieferketten durchsetzen.“ Dafür sei eine gründliche und nachvollziehbare Überprüfung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte zwingend notwendig. Dieser im Dezember 2016 verabschiedete Plan sieht vor, dass bis 2020 mindestens 50 Prozent aller in Deutschland ansässigen Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in die Geschäftsstätigkeit ihrer Firmen integriert haben.   

Kaffee ist im Übrigen Spitzenreiter unter den Produkten im Fairen Handel mit 34, 3 Prozent am Gesamtumsatzes dieses Sektors. Gemessen am Gesamtabsatz von Röstkaffee in Deutschland liegt jedoch der Marktanteil von fair gehandeltem Kaffee nur bei 4,8 Prozent. ++ (el/mgn/17.07.18 – 179)

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