Neuer Sonderforschungsbereich „Macht und Herrschaft“

Bonn, 23. Juni 2016 (ADN). Der Bewilligungsausschuss der  Deutschen Forschungsgemeinschaft hat die Förderung von zwei neuen Sonderforschungsbereichen (SFB) ab Juli dieses Jahres beschlossen. Eines der in den nächsten vier Jahren begünstigten Forschungsfelder steht unter dem Titel „Macht und Herrschaft“. Phänomene dieser beiden Aspekte werden im Vordergrund der an der Universität Bonn verorteten wissenschaftlichen Arbeit stehen. Die Forscher beleuchten insbesondere die Zeit der Vormoderne vor dem Jahr 1800 in Asien, Europa und im nördlichen Afrika. Nach den Worten des SFB-Leiters dieses Vorhabens, Prof. Matthias Becher, geht bei den Untersuchungen beispielsweise um das Verhältnis von Konflikt und Konsens der herrschenden Eliten in historischen Abschnitten, in denen das Volk nicht einbezogen war und als Gefolgschaft zu funktionieren hatte. In Deutschlang sei in diesen Phasen der Geschichte die Herrschaft dezentral organisiert gewesen. Dagegen habe es in Japan bis zum 10. Jahrhundert ein zentrales Reich gegeben, das sich dann auflöste. Diesbezüglich wird ein Japanologe die Schlüsselposition der Agrarpolitik analysieren. Ermunterungen zum Ackerbau und Untersuchungen zu Bewässerungssystemen spielten im damaligen Japan eine zentrale Rolle. Auch den Einfluss von Ratgebern und von Herrschergemahlinnen soll beleuchtet werden. Vorgesehen ist auch, ein Spiegelbild der seinerzeitigen Herrschaftsverhältnisse in Architektur und Kunstgeschichte  zu formen. ++ (ge/mgn/23.06.16 – 168)

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