Bei Schweden und Finnen galt DDR-Schulsystem als mustergültig

Berlin, 15. November 2018 (ADN). „An unserer Schule waren in den 80-er Jahren oft finnische und schwedische Delegationen zu Gast, die sich unser Schulsystem angeguckt haben und auf dieser Basis  ihr längeres gemeinsames Lernen entwickelt haben.“ So zitiert die „Berliner Zeitung “ am Mittwoch die Lehrerin Regina Kittler, die seit 1978 in der DDR und später in der Bundesrepublik Deutschland als Lehrerin tätig war.  Das DDR-Schulsystem habe mehr zur Chancengerechtigkeit beigetragen. Sie habe sich nach der Wende über das dreigliedrige Schulsytem aus Haupt-, Realschule und Gymnasium gewundert, das damals auch in Ostberlin umgehend eingeführt wurde. Da seien die Schüler sehr früh getrennt und aufgeteilt worden. Erst 20 Jahre später habe die Schulreform das Ende der Hauptschule gebracht. 

Der Lehrerausbildung in der DDR kann Kittler auch jetzt noch viel abgewinnen. Sie lobt Methodikausbildung und Praxisnähe. Es gab Partnerschulen, wo man sich von Studienbeginn an ausprobieren konnte. Bei einer festen Lehrerin konnte die junge Studentin hospitieren und wurde gut betreut von einer Seminargruppenleiterin. Lehrer machten sogar Hausbesuche.

In der DDR gab es überall die gleichen Schulbücher und die gleichen Lehrpläne. Ob Schulgang in Rostock, Berlin oder Erfurt , alles war zeitlich aufeinander abgestimmt. Sämtliche wichtigen Prüfungen waren zentral. Das schuf einen gemeinsamen Wissenskanon und gewisse Verlässlichkeit. Es habe nicht nur einen ideologischen Auftrag gegeben, sondern auch den, ein Fundament an Allgemeinwissen bei den Schülern anzulegen. Die allgemeinbildende Schule war von der Wissensvermittlung her in der DDR besser, meint Kittler. Die Absolventen der 10. Klasse und der Abiturklassen seien mit einem breiteren Wissen ausgestattet worden. Heute gehe es in erster Linie um Kompetenzen. Aber die seien ohne Basiswissen schwer zu erlangen.

Weitere Vorzüge des DDR-Bildungssystems werden genannt und erläutert. Dazu zählt die Polytechnische Ausbildung, also die Praxis- und Berufsorientierung. Auch eine gezielte Eliten-Förderung gab es, beispielsweise in den Naturwissenschaften und in der Mathematik. ++ (bi/mgn/15.11.18 – 299)

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Knapp mehr als drei Millionen postsowjetische Migranten in Deutschland

Berlin, 16. März 2017 (ADN). „Fremd in der Heimat ?“ ist das Leitthema der aktuellen März-Ausgabe der Monatszeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“. So schreibt Prof. Jannis Panagiotidis, der an der Universität Osnabrück zur Migration und Integration der Russlanddeutschen forscht, über die Perspektiven der postsowjetischen Migranten auf eine heterogene „Diaspora“. Der Großteil der postsowjetischen Migranten habe die ehemalige UdSSR nicht als „Russen“ verlassen, sondern als Angehörige kulturell russifizierter ethnischer Minderheiten. 

Einen Migrationshintergrund der ehemaligen Sowjetunion haben in Deutschland nach dem Mikrozensus von 2015 etwas mehr als drei Millionen Einwohner. Davon sprechen schätzungsweise noch etwa zwei Millionen aktiv die russische Sprache. Zum Bildungsniveau dieser Bevölkerungsgruppe stellt der Historiker Panagiotidis fest: „Während die postsowjetischen Migranten insgesamt ein besseres formales Bildungsnivaeu mitbringen als die ‚einheimische‘ Bevölkerung, fällt auf, dass die Zuwanderer aus Kasachstan“ deutlich seltener Abitur oder Fachabitur haben als die beiden Vergleichgruppen, dafür um so häufiger das Äquvalent von Real- oder Hauptschulabschluss. Dass die Gesamtgruppe der postsowjetischen Migranten hier trotzdem so gut abschneidet, dürfte vor allem dem hohen Bildungsniveau der jüdischen Kontingentflüchtlinge geschuldet sein.“++ (vk/mgn/16.03.17 – 071)

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