Kolonisierung Ostdeutschlands hat wahren Kern

Köln/Berlin, 9. Februar 2020 (ADN). Im Umgang mit der ostdeutschen Kunst aus der Zeit vor und nach 1989 spiegeln sich die inneren Widersprüche der deutschen Wiedervereininigung. Der Beitritt der DDR führte zu einem beispiellosen Kulturtransfer, um die westliche Demokratie im Osten zu etablieren, teilt der Publizist Carsten Probst am Sonntag im Deutschlandfunk mit. Er bezieht sich ausführlich auf den Dresdener Kulturwissenschaftler Paul Kaiser. Zu fragen sei warum es in den 30 Jahren seit 1989 keinem westdeutschen Museum eingefallen ist, die ostdeutsche Kunst seit 1945 systematisch zu untersuchen. Der Vorwurf der Kolonisierung habe wohl doch einen wahren Kern. Der Marktwert ostdeutscher Kunst, „der vor dem November 1989 bei einigen repräsentativen Künstlern durchaus stattliche Werte erreicht hatte, weil die Bilder bei bestimmten Sammlern überaus begehrt waren, fiel nach der Wiedervereinigung nahezu ins Bodenlose und liegt heute bei manchen Werken nahe am Materialwert.“ ++ (ku/mgn/09.02.20 – 040)

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Ostbeauftragter Christian Hirte passe

Berlin/Bad Salzungen, 8. Februar 2020 (ADN). Der Ostbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Christian Hirte, ist seit Sonnabend passe. Angeblich ist er von Bundeskanzlerin Angela Merkel entlassen worden. Anderen Informationen zufolge ist er im Zusammenhang mit den Rangeleien um die Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten zurückgetreten.

Der aus dem Wartburgkreis stammende CDU-Politiker hatte seine Karriere von Anfang an auf Sand gebaut. Allein seine Kandidatur und Wahl in den Deutschen Bundestag stand und steht auf tönernen Füßen. ++ (039)

Münkler: Politisches Denken in Thüringen unterentwickelt

Berlin, 7. Februar 2020 (ADN). Die politische Krise in Thüringen hat mit der DDR-Vergangenheit dieses Bundesland zu tun. Das sagte der Politikwissenschaftler und Historiker Prof. Herfried Münkler am Freitag im Deutschlandfunk. Es sei dort problematisch, geeignetes politisches Personal zu finden; also Abgeordnete zu bekommen, die eine wirkliche Vorstellung von Demokratie und deren Problemen in der deutschen Geschichte sowie im Umgang mit der Weimarer Republik haben. „Die scheinen unterentwickelt zu sein“, bewertete Münkler die Fähigkeiten zum politischen Denken. In Erfurt habe es ein Zusammenspiel zwischen von Skrupellosigkeit und handwerklicher Unfähigkeit gegeben.

Münkler übersieht offensichtlich, dass das politische Führungspersonal in Thüringen zu großen Teilen aus Westdeutschland importiert worden ist. Es weht ein Hauch von Verunglimpfung gegenüber den Ostdeutschen.  ++ (tr/mgn/07.02.20 – 038)

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Erstmals „Tag der Weimarer Republik“ begangen

Berlin/Weimar, 6. Februar 2020 (ADN).  Mit Veranstaltungen an sieben deutschen Plätzen wurde am Donnerstag erstmals der „Tag der Weimarer Republik“ begangen. Der zentrale Festakt zum 101. Jahrestag des Zusammentretens der Nationalversammlung fand in Weimar statt. Im Berliner August-Bebel-Institut hielt Bruno Osuch vom Humanistischen Verband Deutschlands (HVD) einen Vortrag über die Wirkungen der weltlichen Schulen und der während der Weimarer Republik eingeleiteten Reformen. Unter dem Motto „100 Jahre Bildung im Umbruch“ erläuterte er das in Berlin-Neukölln umgesetzte Modell der Gemeinschaftsschulen, von dem sich Pädagogen aus ganz Deutschland angezogen fühlten. Bis zu Zeiten der Novemberrevolution hatten die Kirchen ausnahmslos die regionale Schulaufsicht inne. Die erste weltliche Schule wurde am 15. Mai 1920 in Berlin-Adlershof gegründet.

Dieser erster „Tag der Weimarer Republik“ wurde vom seit 2013 existierenden Verein „Weimarer Republik“ in Kooperation mit Partnern vor Ort organisiert. Neben Weimar und Berlin gab es feierliche Zusammenkünfte in Koblenz, Rastatt, Schwarzburg, Leipzig und Heidelberg. ++ (wr/mgn/06.02.20 – 037)

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