Jeder EU-Bürger verbraucht 1,4 Kilogramm Kerzenwachs

Stuttgart, 24. Dezember 2017 (ADN). Mit 700.000 Tonnen Kerzenwachs jährlich erreichte die Europa-Produktion ein Rekordhoch. Das geht aus dem jüngsten Bericht des europäischen Verbandes ECA – European Candle Association – vom September 2017 hervor. Daraus ergibt sich ein Verbrauch pro EU-Bürger von 1,45 Kilogramm jährlich.

Die Qualität von Kerzen bestimmt sich in erster Linie nach der Brenndauer und dem Rohmaterial. Die am häufigsten verwendete Rohmasse ist Paraffin, das aus Erdöl hergestellt wird. Die Brenndauer beträgt pro Stunde sieben bis acht Gramm unabhängig vom Kerzendurchmesser. Bei dem aus Palmöl produzierten Stearin liegen diese Werte zwischen sechs und sieben Gramm. Häufig werden die beiden Ausgangsstoffe in den verschiedensten Relationen miteinander vermischt.  Allgemein beträgt der Stearinanteil vier bis fünf Prozent. Ausdrücklich als Stearinkerzen angebotene Ware muss einen Mindestgehalt von 90 Prozent dieses Stoffes enthalten. deshalb sind solche Produkte auch teurer.

Für das Recycling abgebrannter Kerzen und von Wachsresten gibt Nancy Langfeld aus der Kerzenwerkstatt der Fürstenwalder Samariteranstalten Ratschläge in der Weihnachtsausgabe der 2Märkischen Oderzeitung“ (MOZ): „Die Reste von Kerzen in Würfel zerkleinern und bei einer Temperatur von rund 80 Grad einschmelzen. Die flüssige Masse darf nicht kochen. Eventuelle Metallstücke und alten Docht entfernen. Die Masse kann dann in Gläser, Kuchenformen oder Vasen gegossen werden – den neuen Docht nicht vergessen. Wachs schrumpft beim Abkühlen. Dadurch lösen sich die so entstandenen gut aus dem Gefäß.“   

Kerzenmacher ist einer der ältesten Handwerksberufe. Sie haben sich im Jahr 1450 zu einer eigenen Zunft zusammengeschlossen. In der heutigen Zeit werden Kerzen sowohl in Manufakturen als auch in hochautomatisierter Fabrikation hergestellt. Die Produzenten waren bis 2008 im Verband Deutscher Kerzenhersteller organisiert. Die Vereinigung löste sich dann auf und ging im Januar 2009 im europäischen Verband ECA auf. ++ (ch/mgn/24.12.17 – 369)

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Katalonienexperte bewertet Puigdemonts Absetzung als Putsch

Berlin, 23. Dezember 2017 (ADN). Artikel 67 Absatz 7 des katalonischen Autonomiestatuts, das organischer Teil des spanischen Rechts ist, regelt die Umstände, unter denen ein Präsident der katalonischen Regierung sein Amt vorzeitig verlieren kann. Darauf weist am Sonnabend der Katalonien-Experte Prof. Axel Schönberger hin. Wie in Spanien bereits von einer Vielzahl von Juristen festgestellt worden sei, kommt weder der Madrider Zentralregierung noch deren Präsidenten, noch dem spanischen Senat das Recht zu, einen gewählten Präsidenten der Generalität de Catalunya abzusetzen oder sogar dessen Befugnisse an sich zu reißen. Auch der Artikel 155 der spanischen Verfassung biete dafür keine Grundlage. Es könne deshalb keine Rede davon sein, dass Mariano Rajoy Carles Puigdemont als Präsidenten der Generalität de Catalunya „abgesetzt“ hätte. Er habe ihn durch einen Staatsstreich von oben entmachtet. Dieses Delikt werde nach dem spanischen Strafgesetzbuch als „Rebellion“ bezeichnet und mit einer Gefängnisstrafe bis zu 25 Jahre geahndet. ++ (kt/mgn/23.12.17 – 368)

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UNO-Sonderberichterstatter: Selbstbestimmung ist Recht von Völkern und kein Vorrecht von Staaten

Genf, 22. Dezember 2017 (ADN). Katalonien ist die größte europäische Nation ohne eigenen Staat. Die Katalanen blicken stolz auf eine mehr als tausenjährige Geschichte zurück. Ihre großartige Literatur und Kultur ist wesentlicher Teil Europas. Darauf verwies Prof. Axel Schönberger am Freitag in Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen auf der Iberischen Halbinsel. Als Kataloniens Regierung vor einigen Jahrzehnten die Unabhängigkeit von Spanien erklärt habe, putschte General Francisco Franco und begann den spanischen Bürgerkrieg.

Schönberger verwies auf Aussagen des UN-Sonderberichterstatters für die Förderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung, Prof. Alfred de Zayas. Nach dessen Worten hat sich das Völkerrecht der Selbstbestimmung weit über die bloße Dekolonialisierung hinaus entwickelt. Einem Volk, das Recht auf Selbstbestimmung zu verweigern, ihm die Rechtmäßigkeit eines Referendums abzusprechen und die begrenzte Autonomie eines Volkes durch Strafen und Einschüchterung aufzuheben, stelle eine Verletzung des Artikel 1 des Internationalen Paktes über bürgerliche und zivile Rechte (ICCPR) und des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte dar. Spanien müsse daran erinnert werden, dass die Selbstbestimmung ein Recht der Völker ist und kein Vorrecht von Staaten, das sie gewähren oder verweigern können. Das Streben nach Selbstbestimmung verschwinde nicht durch dessen gewaltsame Unterdrückung. Vielmehr werde das Argument genährt, Abhilfe sei nur durch Sezession möglich.

De Zayas war kürzlich von einem politischen Medium aus Brüssel gebeten worden auf vier Fragen zur Menschenrechtslage in Katalonien zu antworten. Das tat er unverzüglich. Erstaunlicherweise bekam er daraufhin von der Redaktion eine e-Mail zugeschickt, in der seine Aussagen „als für uns nicht sehr zuträglich“ bezeichnet wurden. Sie wurden dann auch nicht veröffentlicht. Der Völkerrechtsprofessor stufte das als freundliche Soft-Zensur ein. ++ (fr/mgn/22.12.17 – 367)

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Ein-Mann-Kommission untersuchte Verschleppung argentinischer Gewerkschafter

Stuttgart, 21. Dezember 2017 (ADN). „In Argentinien hat die Landesgesellschaft Mercedes-Benz Argentina zu keinem Zeitpunkt die Verschleppung von kritischen Betriebsräten und Mitarbeitern zu Zeiten der Militärdiktatur unterstützt oder gar veranlasst.“ Das ist Teil einer Stellungnahme, die am Donnerstag auf Anfrage des MGN-Nachrichtenbüros von dem Konzern abgegeben worden ist. Mehrere Gerichte in Argentinien und Deutschland hätten diese Vorwürfe umfassend geprüft und die Verfahren schließlich eingestellt, weil es keine Belege für eine Beteiligung des Unternehmens gab. Der Konzern habe den Gerichten dafür alle erforderlichen Unterlagen aus seinen Archiven zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2002 habe Daimler auf Empfehlung von Amnesty International und des Betriebsrates den renommierten Völkerrechtler Prof Christian Tomuschat beauftragt, den Vorwürfen nachzugehen und die Umstände lückenlos aufzuklären. Die Ergebnisse der Untersuchung seien Ende 2003 der Öffentlichkeit vorgestellt worden. „Die unabhängige Untersuchungskommission hat zwei Jahre intensiv im Konzern und außerhalb recherchiert und mit zahlreichen Zeitzeugen gesprochen“, heißt es in der Erklärung. 

Skepsis äußerte zu diesem Vorgehen und der Auftragsvergabe seinerzeit die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ). „Insgesamt zeigt Tomuschat ein starkes Bestreben, seinen Auftraggeber Daimler Chrysler als Rechtsnachfolger von MBA vom Vorwurf der Anstiftung und Gehilfenschaft bei Diktaturverbrechen in Argentinien zu entlasten. Entsprechend werden die Zeugenaussagen und Dokumente bewertet und gewichtet. Kritiker bezweifeln, dass wirklich alle wichtigen Zeugen befragt wurden. Der Tomuschat-Bericht erscheint so streckenweise als Parteigutachten. Ärgerlich ist, dass dieses als Bericht einer ‚Kommission‘ präsentiert wird. In Tat und Wahrheit hat Tomuschat allein gearbeitet, unterstützt von zwei Assistenten, die ihm unterstellt waren. Er war Vorsitzender und einziges Mitglied einer Ein-Mann-Kommission“, urteilt die NZZ. Daimler Chrysler habe die Gelegenheit verpasst, durch eine wirkliche Kommission von Fachleuten eine unparteiische Darstellung der Vorgänge erstellen zu lassen.

Die gravierendsten Zweifel an der Darstellung des Automobilkonzerns waren durch Publikationen der deutschen Journalistin Gabriele Weber ausgelöst worden. Ihr gegenüber hatte der Gewerkschaftsanwalt Hector Recalde ausgesagt: „In den Fabriken arbeiteten Militärs und Personalabteilungen Hand in Hand. Wenn ein Betriebsrat störte, weil er sich für die Rechte seiner Kollegen einsetzte, schwärzten ihn seine Vorgesetzten als Terroristen an und lieferten ihn damit den Militärs ans Messer, die die restliche schmutzige Arbeit erledigten.“ Zu den Recherchen Webers und ihrer Person erklärt Daimler in der heutigen Stellungnahme: „Sie stellt seit Jahren Behauptungen über Mercedes-Benz Argentina auf, ohne konkrete Beweise oder Belege vorzulegen.“ ++  (ar/mgn/21.12.17 – 366)

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Weniger Fleischverbrauch senkt nur bedingt Treibhausgasemissionen

Leiden/Zürich, 20. Dezember 2017 (ADN). Weniger Fleisch zu essen, bedeutet nicht gleich Entlastung der Umwelt. Das ergibt sich aus einer Studie der Universität Leiden, die am Mittwoch in der „Neuen Zürcher Zeitung“ vorgestellt wird. Die Forscher haben für 37 Länder berechnet, was geschehen würde, wenn die Bevölkerung ihren gegenwärtigen Verbrauch ändert und bei gleichbleibender Kalorienzufuhr so essen würde, wie es die jeweiligen nationalen Ernährungsrichtlinien empfehlen.

Weltweit bringt eine Ernährungsumstellung in den betrachteten Ländern gemäß der Untersuchung positive Effekte für die Umwelt. Pro Jahr könnten bis zu 530 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquvalente sowie bis zu 2,8 Millionen Quadratkilometer Agrarland eingespart werden. Das sind acht Prozent der weltweit genutzten Landwirtschaftsfläche. Vor allem in Australien, Brasilien oder den USA würden die Treibhausgasemissionen durch weniger Fleischkonsum deutlich reduziert. Infolge geringeren Fleischverbrauchs würden weniger Rinder gehalten und die Methanemissionen der Tiere würden sinken. ++ (lw/mgn/20.12.17 – 365)

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Schatz historischer Wetterdaten wird gehoben

London, 19. Dezember 2017 (ADN). Seit Gründung des britischen Wetterdienstes UK Met Office im Jahr 1854 durch den Vize-Admiral Robert Fitzroy stapeln sich in den Archiven schriftlich hinterlegte historische Wetterdaten. Diesen wertvollen Schatz an Wetterdaten will nun einem Bericht des Deutschlandfunks vom Dienstag zufolge Ed Hawkins heben. Alle alten Messwerte sollen in moderne Datenbanken übertragen werden, um eine Vergleichbarkeit zur Gegenwart herzustellen. Um die Sisiphus-Arbeit zu leisten, will er interessierte Laien als Bürgerwissenschaftler gewinnen. Ein Probedurchlauf ist bereits erfolgreich verlaufen. ++ (kl/mgn/19.12.17 – 364)

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Überbewaffnete Welt und unterfinanzierter Frieden

Zürich, 18. Dezember 2017 (ADN). Die UNO ist ein Paradoxon. Die Vereinten Nationen haben 193 Mitgliedsländer, aber nur fünf – die USA, Russland, China, Frankreich und das Vereinigte Königreich – verfügen über das Vetorecht. Damit verfügt jedes von Ihnen über mehr Macht als die restlichen 188 Staaten zusammen. Diesen Tatbestand nannte der Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser in einem Interview mit der aktuellen Ausgabe der Schweizer Wochenzeitung „Zeit-Fragen“. Es handele sich also um ein Zweiklassensystem, in dem eine Klasse Privilegien genieße, welche die andere nicht hat. Reformen seien willkommen. Das Vetorecht könne abgeschafft werden. „Aber die Staaten, die darüber verfügen, werden sich weigern, diese Macht aus der Hand zu geben. Von einem praktischen, pragmatischen Standpunktaus gesehen, ist es dehalb von höchster Wichtigkeit aufzuzeigen, das die Grossmächte illegale Kriege führen“, so Ganser.

Dann antwortete er auf die Frage, wie die Welt ohne NATO aussehen könnte und ob Europa dann von Russland bedroht würde. Im Falle des Wegfalls des Nordatlantikpaktes sei nicht mit einem Überfall und einer Besetzung Europas durch Russland zu rechnen. „Beim Fall der Mauer und dem Verschwinden des Warschauer Paktes wünschten sich viele Menschen in der damaligen Friedensbewegung die Auflösung der Nato. Aber die angekündigten ‚Friedensdividenden‘ hat es nie gegeben. Ganz im Gegenteil, die Militärausgaben sind ständig gestiegen, so dass wir heute eine Rekordhöhe erreicht haben und über ein hochentwickeltes, zuvor nie dagewesenes Waffenarsenal verfügen“, kritisierte der Friedensforscher. Er zitierte den seinerzeitigen UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon: „Die Welt ist überbewaffnet und der Frieden ist unterfinanziert.“  ++ (fr/mgn/18.12.17 – 363)

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