Analyse der Politiker-Sprache: NS-Vergleiche verbieten sich

Aachen, 9. Juli 2017 (ADN). „Wenn Sie ins Grundgesetz schauen, steht da der wunderschöne Satz: Eine Zensur findet nicht statt“. Das erklärte der Politlinguist Prof. Thomas Niehr vom Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft an der RWTH Aachen am Sonntag in der Sendung „Essay und Diskurs“ des Deutschlandfunk. Dennoch müsse man damit rechnen, Schwierigkeiten zu bekommen, wenn man bestimmte Dinge sagt. Was darf man ungestraft sagen und was nicht. letzteres betreffe „Hochwertwörter“ wie Nachhaltigkeit, Freiheit und Demokratie, die in der Bevölkerung hohes Ansehen haben. Demgegenüber stehen Wörter wie „Moralkeule“ und „Herdprämie“ oder die Wortgruppe „Deutschland den Deutschen“ in einem schlechten Licht.  Solche Begriffe rückten in die Nähe von NS-Vergleichen, die sich eher verbieten. Ein solcher Vorwurf der geistigen Brandstiftung hat sogar den Schriftsteller Martin Walser im Zusammenhang mit einer Äußerung über Auschwitz getroffen.  

Zu den ersten Wissenschaftlern, die sich mit diesem heutzutage als Politlinguistik bezeichneten Themengebiet beschäftigte, gehörte der Sprachwissenschaftler, Romanist und Jude Victor Klemperer aus dresden. Er führte Tagebuch während des Nationalsozialismus, das nach 1945 unter dem Titel „LTI“ (Lingua Tertii Imperii) veröffentlicht wurde. ++ (li/mgn/09.07.17 – 191)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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