Neue Verwerfungen im Finanzsystem

Berlin/Bonn, 14. Februar 2016 (ADN). Die Bonner Wirtschaftswissenschaftlerin Isabel Schnabel warnt nach den jüngsten Börsenturbulenzen vor negativen Auiswirkungen auf die Banken. „Die Ereignisse sind sehr beunruhigend“, sagte sie gegenüber der „Welt am Sonntag“ (WamS). Besonders bedrohlich sei der Anstieg der Zinsen auf sogenannte nachrangige Anleihen, deren Besitzer im Falle einer Liquidation erst nach anderen Gläubigern bedient werden. Daraus könnten selbstverstärkende Preisspiralen entstehen, die die Solvenz der Banken bedrohen.

Wie heikel die Lage eingeschätzt wird, hängt davon ab, wen man fragt, so die WamS. Was bisher aus dem Innern des Systems aus Banken, Notenbanken und Finanzpolitik nach außen dringe, klinge eher so, als seien die Börsenturbulenzen in Asien, Europa und den USA bloß ein kurzes Gewitter und keineswegs der nächste Jahrhundertsturm. Diejenigen aber, die nicht in den Schaltzentralen des Geldes sitzen und das System von außen bebachten, seien durchaus besorgt. Neben Isabel Schnabel, einer der sogenannten Wirtschaftsweisen Deutschlands, gehört der Wirtschaftshistoriker Harold James von der US-Universität Princeton dazu. „Analysten werden darüber streiten, ob es sich jetzt um eine neue Krise handelt oder um eine Verlängerung des vorherigen. fest steht aber: Es gibt eine neue Phase der Verwerfungen im Finanzsystem“, so James. ++ (fi/mgn/14.02.16 – 045)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v.10.10.46

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