Klimagipfel und Energiewende erfordern Rückbesinnung deutscher Ingenieure

Berlin, 20. November 2015 (ADN) „Vielleicht sollten wir uns auf die Zeit besinnen, in der wir Deutschen als Ingeneure und Denker in der Welt anerkannt waren.“ Diese Aufforderung spricht Elke Roswag-Klinge, Gründerin des Büros Roswag Architekten, in einem Interview mit dem Magazin „Bauwelt“ aus, das in dessen aktueller November-Ausgabe veröffentlicht ist. Der Hinweis zielte insbesondere auf Empfehlungen, die den deutschen Vertretern auf dem bevorstehenden Klimagipfel in Paris mit auf den Weg zu geben wären. Deutschland sei ein reiches Land. Deswegen könne es sich leisten, Modelle im Zeichen der Energiewende zu entwickeln und diese mit anderen zu teilen. Das Klimaziel besage, dass ab 2020 alle Neubauten in Deutschland nahezu klimaneutral sein werden und ab 2050 auch Bestandsgebäude. Die große Schlacht werde im Bestand geschlagen. Ihr Architekturbüro habe mit seinen Bauten bereits bewiesen, dass eine Lowtech-Bauweise im gemäigten Klima Deutschlands funktioniert. Beispielhaft nannte sie die historische Torfremise in Schechen, das mit einer Naturbauhülle ergänzt wurde und regenerativ betrieben wird. Ein Werkstattgebäude in Berlin-Tempelhof biete ebenfalls diesbezüglichen Anschauungsunterricht. ++ (ar/mgn/20.11.15 – 315)

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EU finanziert neue libysche Nachrichtenagentur – Deutsche Welle trainiert Reporter

Brüssel, 19. November 2015 (ADN).  Eine neue, mit Mitteln der Europäischen Union (EU) finanzierte Nachrichtenagentur Libyens berichtet seit Oktober dieses Jahres aus dem nordafrikanischen Land. Die offizielle Eröffnung der Agentur hat am Donnerstag in Brüssel stattgefunden. Bei der Feier zum Start der Libyan Cloud News Agency (LCNA) sagte deren Leiter Tarek Abdul Salam Al Huni, dass künftig Kunden im In- und Ausland über das Leben in Libyen informiert werden sollen.  Für LCNA seien rund 100 Journalisten vor Ort im Einsatz. Deren Training hat, wie das Nachrichtenportal Quantara.de weiter berichtet, die Deutsche Welle Akademie übernommen. Deren Direktor Christian Gramsch begründet die Unterstützung mit den Worten: „Mit dieser sehr modernen Form einer Nachrichtenagentur unterstützen wir all diejenigen, die sich für den freien Zugang zu Information stark machen.“ Bislang seien diverse Informationskanäle reglementiert, besetzt oder zerstört worden. Es sei zu befürchten, dass totalitäre Herrscher, Diktatoren und religiöse Fundamentalisten den medialen Raum ausfüllen.

Laut Qantara.de, das seinerseits seit dem Jahr 2003 vom bundesdeutschen Außenministerium alimentiert und finanziert wird, bleiben die in Libyen tätigen LCNA-Reporter anonym. Ihre Berichte werden durch eine außerhalb Libyens operierende Nachrichtenredaktion geprüft und dann in einem geschützten Raum freigegeben. Das geschehe auf einem externen Rechner, dem „Cloud“ der Nachrichtenagentur. Von dem speziellen System der Bericherstattung verspricht sich die libysche EU-Botschafterin Nataliya Apostolova, aus dem von innerstaatlichen Konflikten übersäten Land unabhängige, unzensierte und glaubwürdige Berichte zu bekommen. Mittels unabhängiger Medien könne die Lage in Libyen stabilisiert werden. ++ (me/mgn/19.11.15 – 314)

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Wichtige verschollene Fotos von brennendem NSU-Wohnmobil aufgetaucht

Eisenach/Gotha, 18. November 2015 (ADN). Erst vier Jahre nach dem Brand des berüchtigten Wohnmobils des NSU-Trios in Eisenach sind wichtige bislang verschollene Fotos Ende der vergangenen Woche aufgetaucht. Sie waren von der Berufsfeuerwehr Eisenach unmittelbar nach dem Ereignis gemacht worden und sind die einzigen, die die Situation im Inneren des Fahrzeugs unmittelbar am Ort der Handlung im Eisenacher Ortsteil Stregda am 4. November 2011 abbilden und unverzüglich mitsamt der Kamera von der Polizei beschlagnahmt wurden. Darüber berichtet der Radiosender MDR info am Mittwoch. Die Fotografien waren bei einer diskreten Suchaktion in den Räumen der Polizei Gotha gefunden worden. Zudem tauchte dabei eine bislang ebenso unbekannte 400seitige Ermittlungsakte über einen Banküberfall in Arnstadt am 7. September 2011 auf, der den beiden NSU-Angehörigen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zugeschrieben wird.

Der Fund, der wesentlich zur Aufklärung der NSU-Mordserie beitragen könnte, dürfte sich angesichts des Umfangs des Verbrechens und dessen mysteriöser Hintergründe zu einem Skandal im Skandal entwickelt. Den Stein zu der bemerkenswerten Suchaktion bei der Gothaer Polizei hatte der NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags ins Rollen gebracht, der intensiv nach dem Verbleib der Feuerwehrfotos gefahndet hatte. ++ (ne/mgn/18.11.15 – 313)

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Kritik an komplexem Finanzwirrwarr zwischen Bund, Ländern und Kommunen – 38.000-Euro-Klassenfahrt nach USA

Berlin, 17. November 2015 (ADN). Das Geld der Steuerzahler zerrinnt in den Mühlen der Staatsbürokratie. Auf diese nun auch vom Bundesrechnungshof gerügten Miss-Stände verweist am Dienstag der Bund der Steuerzahler (BdSt) in Berlin per Pressemitteilung. Die äußerst kritischen Äußerungen von BdSt-Präsident Reiner Holznagel zu sogenannten Misch- und Kofinanzierungen: „Bei diesem komplexen Finanzwirrwarr zwischen Bund, Ländern und Kommunen blickt kaum jemand durch. Die Politik schert sich nicht darum, dass das Grundgesetz den einzelnen Staatsebenen klare Kompetenzen und Verantwortungen zuweist. Wenn es um’s Geld geht, ignoriert jede Ebene ihre Gesamtverantwortung für die Staatsfinanzen und schaut nur auf ihren eigenen Vorteil.“. Holznagel verweist auf den Bau von Bundesfernstraßen, bei dem Bund, Länder und Gemeinden geteilte Aufgaben und Ausgaben übernehmen. Einer aktuellen BdSt-Recherche gebe es systemische Fehlanreize und dadurch stetige Kostenexplosionen. „Allein zwischen 2009 und 2014 wurden knapp 90 Prozent aller Neubauprojekte bei Bundesautobahnen und -fernstraßen am Ende teurer“, heißt es in der Pressemitteilung. 3,5 Milliarden Euro umfasse der Mehrbetrag.

Als „kleines“, jedoch besonders einprägsames Beispiel für solche Bürokratiemonster erläuterte Holznagel die 38.000-Euro-Fahrt einer Berliner Schulklasse in die USA. Bewilligt vom Jobcenter mussten die Reisekosten im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets letztlich vom Bund bezahlt werden. ++ (fi/mgn/17.11.15 – 312)

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Imam Karims Appell an das deutsche Volk – Kabuler Verhältnisse in Berlin-Neukölln

Baden-Baden, 16. November 2015 (ADN). „Deutschland zu lieben, heisst in diesen kritischen Zeiten, die Freiheit und die Selbstachtung zu lieben.“ Mit einem sehr persönlichen Text äußert sich der Fernsehjournalist und Filmregisseur Imam Karim im Nachrichtenportal http://www.statusquo-news.de mittels eines eindringlichen Appells an die Deutschen zur aktuellen Lage. „Sagt Merkel und der gesamten politischen Elite, dass Ihr entscheidet, wer zu Euch kommt und wer nicht, denn das ist Euer legitimes Selbstbestimmungsrecht als Volk,“ ermuntert der Deutsch-Libanese. 

„Vor Jahren besuchte ich Neukölln und erkannte den Staddteil nicht mehr. Ich dachte ich befinde mich in Kabul. Die arabischen linken Freunde von damals sind heute alte bärtige Männer. Sie haben noch einmal geheiratet, nach dem sie sich von ihren deutschen Frauen zuvor scheiden ließen. Ihre neuen Frauen sind junge Araberinnen, Cousinen von ihnen, die sie hierher holten. Alle sind fromme und gläubige Moslems geworden, die felsenfest übezeugt sind, Deutschland wird in naher Zukunft islamisch und die Christen oder Juden, die sich nicht zum Islam konvertiert werden wollen, müssten dann Kopfsteuer zahlen und sich damit abfinden, Menschen zweiter Klasse zu sein“, sagt der seit den 70er Jahren in Deutschland lebende und dort auch eingebürgerte Karim.

In einem weiteren Beitrag berichtet das von Christian Schmidt betriebene Nachrichtenportal über die Auffassung des Verfassungsrechtlers Prof. Rupert Scholz, nach der die von Angela Merkel praktizierte Politik der offenen Grenzen gegen mehrere Gesetze verstößt. Deshalb hält der ehemals langjährige CDU-Politiker und Ex-Verteidigungsminister eine Verfassungsklage für aussichtsreich. ++ (fl/mgn/16.11.15 – 311)

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Druckerschwärze im Übermaß – Zivilcourage wird unerlässlich

Leipzig/Berlin/Paris, 15. 11.15 (ADN). Dass Freitag der 13. November ein schwarzer Tag wird, war ihm in seiner Morgenröte keinesfalls anzusehen. Dass er es dennoch am Abend wurde und ein Übermaß an Druckerschwärze fließt, zeigen optisch in vollem Umfang die Printmedien des Wochenendes. Allem voran das Main-Stream-Blatt mit den vier großen Buchstaben im Titel. Paris, Zentrum und Handlungsort der vor mehr als zweihundert Jahren abgelaufenen Französischen Revolution, wurde schwer getroffen. Eine Welle mörderischer Attentate erschütterte die Hauptstadt Frankreichs, der Aufklärung und der modernen Zivilisation. Bislang 129 Todesopfer und weit über 300 Schwerverletzte sind das vorläufige Ergebnis des Massakers, das einer Massenhinrichtung gleichzusetzen ist. Mehr als seinerzeit am 14. Juli 1789 beim Sturm auf die Bastille von den Monarchisten mit den Festungsgeschützen umgebracht wurden. Was danach während der Schreckensherrschaft der Jakobiner folgte, war noch weitaus mehr. Im November 1793 landeten fast 500 Franzosen auf dem Schafott. Einen Monat später – im Dezember – waren es bereits 3.300. Wenn sich Geschichte tatsächlich wiederholt – auch nur in Facetten – , geht Europa einer dunklen Zukunft entgegen.

Die Folgen der jüngsten Ereignisse im Herzen des alten Kontinents werden schwerwiegend sein. Es hat wohl eine neue Epoche begonnen, deren Inhalt kaum mit realistischen Prognosen zu füllen ist. Jeder künftige Schritt wird angesichts der Ohnmacht und Unfähigkeit gegenwärtiger Machthaber einer in dichtem Nebelschleier sein. Die Regierungen der europäischen Staaten beweisen es längst. Sie tappen im Dunkeln. Ernst zu nehmende realistische Ratgeber, wie der Tod des Ex-Bundeskanzlers Helumut Schmidt beweist, werden rar. Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Zivilcourage der Bürger können im Moment gar nicht überschätzt werden. ++ (me/mgn/15.11.15 – 310)

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Irrweg der evangelischen Theologie – Deutsche Christen waren Gegner der Weimarer Republik

Leipzig, 14. November 2015 (ADN). Die Gegnerschaft zum neuen Parlamentarismus der Weimarer Republik und der Machtverlust der jeweiligen Landesfürsten, die bis 1919 gleichzeitig auch die Oberhäupter der evangelischen Landeskirchen in Deutschland waren, bereiteten den Boden für die Bewegung Deutscher Christen (DC). Wie der Kirchenhistoriker, Prof. Klaus Fitschen, am Freitagabend in Leipzig weiter ausführt, bekam die insbesondere in Thüringen sehr früh und massiv einsetzende neue Denkrichtung in der gesamten protestantischen Kirche Deutschlands vor genau 82 Jahren einen entscheidenden Impuls. Am 13. November 1933 wurde nämlich mit einer großen Propagandashow im Berliner Sportpalast die zweite deutsche Reformation angekündigt. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln sollten der christlichen Lehre die jüdischen Wurzeln abgesprochen und entzogen werden. Um eine umfassende Germanisierung des christlichen Glaubens und der Theologie voranzutreiben und wissenschaftlich zu untermauern, wurde später Ende der 30er Jahre sogar ein „Entjudungsinstitut“ gegründet und in der thüringischen Stadt Eisenach installiert.

Zunächst aber bedienten sich die Deutschen Christen wesentlicher Inhalte aus dem Programm der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (NSDAP) von 1920 wie des schwammigen Begriffs des „positiven Christentums“, um die evangelische Kirche in die ideologische Spur der neuen Machthaber zu setzen und gleichzuschalten. Eine Schlüsselmaßnahme war dabei die Übernahme des sogenannten Arierparagraphen der Nationalsozialisten in die autonome Gesetzgebung der selbstverwalteten Kirchen. Damit wurde der Wechsel von einer Religion in eine andere entwertet und delegitimiert. „Juden blieben Juden, auch wenn sie sich taufen ließen“, so kennzeichnet Fitschen das hinterhältige Vorgehen. Da seinerzeit Kaiser und Könige als Führungsfiguren verschwunden waren, sollten außerdem neue Hierarchien eingerichtet werden, beispielsweise ein Reichsbischof. In der Person von Ludwig Müller trat ein solcher sogar auf die konfessionelle und politische Bühne, blieb letztlich jedoch weitgehend ohne größeren Einfluss. Allerdings stieß die DC-Anhängerschaft vor allem in Württemberg, Bayern und Hannover auf erheblichen Widerstand bei den Kirchenrepräsentanten, die dann den Pfarrernotbund bildeten und sich in der „Bekennenden Kirche“ zusammenfanden. Zudem wuchsen bei den Deutschen Christen die Reibungen und Auffassungsunterschiede untereinander, bevor mit dem Ende des Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945 das konfessionelle DC-Hilfskommando mit den Nazis zusammen von der Bildfläche verschwand. Dennoch waberte das Gedankengut im Untergrund der Nachkriegszeit und der beiden deutschen Teilstaaten weiter. Einige derartige bis in die Gegenwart lebendig gebliebene Phänomene erwähnte Theologieprofessor Fitschen, der das Institut für Kirchengeschichte der Universität Leipzig leitet. So fänden damals sehr populäre und massenhaft verwendete Begriffsschemata wie Volkstum und Rechristianisierung bemerkenswerte Spiegelbilder in der Wortwahl heutiger Protestbewegungen wie Pegida und Legida.  ++ (re/mgn/14.11.15 – 309)

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Trotz Wohnungsnot Massenabriss von DDR-Plattenbauten – Hamburg beim Einquartieren von Flüchtlingen besonders fix

Leipzig/Hamburg, 13. November 2015 (ADN). Der Stadtstaat Hamburg gehört zu den Bundesländern, die beim Unterbringen der Flüchtlingsströme am kreativsten sind und am schnellsten reagieren. Diese Einschätzung trifft der Bauexperte Roland Müssig am Freitag in Leipzig bei einer von dem Generalprojektierungsunternehmen Drees & Sommer organisierten Veranstaltung über aktuelle Brennpunkte in Städtebau und Bauplanung. Müssig betreut als Projektpartner des bundesweit und international tätigen Planungsbüro in der Hansestadt 15 Standorte für das kurzfristige Einquartieren von jeweils rund 200 Flüchtlingen. Er ist zuversichtlich, dass bis 2016 die Quartiere für bis zu 40.000 nach dem Königsberger Schlüssel auf die Stadt entfallenden Flüchtlinge fertiggestellt werden.  Bis Ende dieses Jahres würden bereits bis zu 30.000 Menschen in Hamburg ein sicheres und warmes Obdach gefunden haben. Dennoch handle es sich um spartanische Wohn- und Lebensverhältnisse. Die Mindestausstattung bestehe pro Person aus einem Bett, einem Schrank und einem Stuhl. Waschmaschinen und Wäschetrockner seien für eine gesamte Hausgemeinschaft nutzbar. Die Hafenstadt Hamburg beschaffe nach dem Prinzip „Vorausschauend Denken und gleichzeitig Handeln“ sehr zügig angemessenen Wohnraum für die Schutzsuchenden und das ausschließlich auf innerstädtischen Bauplätzen, nicht an der städtischen Peripherie. Je nach Ortslage gehe es dabei um massiven Wohnungsbau zum Beispiel binnen zehn Monaten, um die kurzfristige Errichtung von Containersiedlungen oder um die sofortige Umgestaltung von Bestandsgebäuden. So sei in der Hamburger Weddestraße eine alte leerstehende Schule umgebaut worden. Aus ehemaligen Klassenzimmern entstanden Räume für jeweils acht Personen, in die Küchen integriert worden sind. Beim Aufstellen von  Containerunterkünften werde darauf geachtet, dass kleinteilige soziale durch Hecken und Sträucher aufgelockerte Siedlungsstrukturen ein Mindestmaß an Individualität garantieren. Bei einem durchschnittlichen Kostenvergleich pro Jahr und Person unterschreite eine Unterkunft im Container mit rund 8.400 Euro einen Hotelplatz mit etwa 9.125 Euro deutlich. Allerdings koste mit rund 3.300 Euro die Nutzung einer Mietwohnung noch weit weniger. Jedoch herrsche diesbezüglich enormer Mangel.

In der regen Diskussion klang äußerstes Unverständnis darüber an, warum trotz der durch die massiven Flüchtlingsströme zusätzlich angeheizten Wohnungsnot die zu DDR-Zeiten in Plattenbauweise errichteten Gebäude weiter massenweise abgerissen werden und diese Wohnraum-Liquidierung auch noch finanziell aus der Staatskasse subventioniert wird. Die Stadt Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern), deren Bevölkerung in den vergangenen 25 Jahren rasant von rund 95.000 auf 65.000 Einwohner gesunken ist, hat diesem Abriss-Irrsinn angesichts der aktuellen Lage ein sofortiges Ende gesetzt, berichtete Dr.-Ing. arch. Jutta Eckelt, Inhaberin des dort ansässigen CREATIV Architekturbüros. ++ (ba/mgn/13.11.15 – 308)

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Volksabstimmung über TTIP in Italien gefordert – Referenden in 14 EU-Staaten möglich

Bozen, 12. November 2015 (ADN). Der Landtag der autonomen Provinz Südtirol beantragt bei der italienischen Nationalversammlung und der Regierung eine Volksabstimmung über das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA. Darüber berichtet die Online-Ausgabe der „Neuen Südtiroler Tageszeitung“ am Donnerstag. Dazu werden einige maßgebliche Abgeordnete zitiert. Nach den Worten von Dieter Steger (SVP) ist der freie Handel das eine, etwas anderes stelle die Diktatur von Großkonzernen dar. Nach Auffassung von Alessandro Urzi würde das europäische Wirtschaftsgefüge einschneidend verändert. Nach Meinung von Paul Köllensperger von der Fünf-Sterne-Bewegung würde sich Europa mit dem TTIP-Abkommen den USA unterwerfen und sein Rechtssystem in Frage stellen.  Laut einer Studie der Universität Köln sei ein Referendum in 14 EU-Staaten möglich, aber nicht in Italien, wo über EU-Verträge nicht abgestimmt werden dürfe. „Das Volk hat damit in Italien keine Möglichkeit auf die Zustimmung zu TTIP und CETA Einfluss zu nehmen“, heißt es in der Untersuchung der Völkerrechtlerin Dr. Anna Eschbach.

Im Nachrichtenportal http://www.unsertirol24.com äußerte der Generalsekretär der Freiheitlichen Partei Südtirol, Simon Auer, dass das TTIP Großkonzerne über die Interessen des Staates und der Bevölkerung stelle. Den Konzernen werde die Möglichkeit der Klage gegenüber den Staaten eingeräumt. „Nicht nur das Rechtsmonopol der Staaten wird ausgehebelt, sondern die demokratischen Grundverständnisse, auf dem das gesellschaftliche Leben fußt. Es geht nicht primär darum, Handelshemmnisse abzubauen oder Zölle zu senken, vielmehr steht die Regulierung der Gesetze durch Lobbyisten im Vordergrund. Einer Bevormundung durch die USA würde nichts mehr im Wege stehen,“ so Auer.  ++ (hl/mgn/12.11.15 – 307)

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Kosovos UNESCO-Mitgliedschaft gescheitert

Paris, 11. November 2015 (ADN). Der Antrag Kosovos, in die UNESCO aufgenommen werden, ist gescheitert. Wie die  die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Mittwoch weiter berichtet, war die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit in der Generalversammlung zu Wochenbeginn um drei Stimmen verfehlt worden. Von den 142 votierenden Mitgliedern der UNO-Kulturorganisation stimmten 92 für die Aufnahme und 50 dagegen. Daneben gab es 29 Enthaltungen.

Serbien hatte dem Bericht zufolge eine aufwendige Kampagne gegen die kosovarische UNESCO-Mitgliedschaft arrangiert. „Die Serben wiesen darauf hin, dass ein Staat, der das christlich-orthodoxe Architekturerbe in Kosovo zerstöre und verfallen lasse, keinen Platz in einer Uno-Organisation habe, die sich massgeblich der Erhaltung des Weltkulturerbes verschrieben hat“, schreibt die NZZ. Die Kontroverse dürfte die Beziehungen zwischen Kosovo und Serbien verschlechtern, zumal bereits das Normalisierungsabkommen wegen der Obstruktion der kosovarischen Opposition in der Schwebe ist. ++ (un/mgn/11.11.15 – 306)

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